Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 297)
- Language
- German
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269 In demselben Jahre stossen wir auf die Nachricht van dem Abkommen, welches die Aeltesten von K a 1 i s c h mit den zu Breslau wohnhaften Speilschen Erben bezüglich der denselben noch schuldigen Summe von 1700 Rfclrn. schlossen. Diese sollte mit den auflaufenden Zinsen in Höhe von 294 Rtlrn. in 9 Jahren getilgt sein1). Die beiden Kalischer ״Ober-Aeltesten“ Jacob Jochim und Löbel Lazarus, Bevollmächtigte der ,jüdischen sämtlichen Kalischer Ober- und andern Aeltesten, auch ganzen Juden-Gemeinde zu Kalisch“ bekennen in einer zu Breslau unterm 13. Mai 1713 ausgestellten Obligation, von dem Breslauer Bürger Christoph Trawitscb ״zu Rettung unserer und ganzen Kalischer Judenschaft zugestossenen Not“ Waren zum Preise von 2000 Rtl. empfangen zu haben, welche ״zur Aushelfung der ganzen Judenschaft . . . wiederum in Polen durch gewisse aus der Gemeinde verkaufet und vor den hieraus lösenden 6ewinn die dringenden Schulden bezahlet werden sollen‘1. Die Tilgung dieser Schuld soll im Laufe von vier Jahren erfolgen2) Die wegen dieser Angelegenheit den genannten beiden Oberältesten zu Kalisch erteilte Vollmacht wird ausser den anderen dortigen Aeltesten noch von fünf Mitgliedern ״ex Junioribus atque Plebejis Judaeorum Calissiensium“ ausgestellt3). Nach einer unterm 20. Juni desselben Jahres seitens des Vicepalatinat-Gerichtes zu Kalisch bestätigten Obligation schuldete die dortige jüdische Gemeinde dem Breslauer Bürger Christian Bartholomeus Brieger die Summe von 4300 Rtl.4), welche sie noch 1720 nicht zu tilgen vermochte5), obwohl allem Anschein nach auch die in Breslau ansässigen, aus Kalisch stammenden Juden zur Befriedigung der Gläubiger Geldbeiträge zu leisten hatten. Den Widerstrebenden wurde seitens der Kalischer Aeltesten 1l Signaturb. v J. 1699, Bl. 51—53. Hierauf bezieht sich allem Anschein nach auch der Eintrag vom Jahre 1697 (Signaturb v. J 1697, Bl. 221 ff). Ist dem so, dann sind der Kalischer Judenschaft im Jahre 1696 von G. Spei! Waren im Preise von 2200 Rtl. übergeben worden. 2) Signaturb. von Jahre 1713. Bl. 290 a—292 b. 3) Daselbst, Bl. 293 a—294 a. 4) Lib. Sent. IX Bl. 211 b-213. ö) Lib. ad Reg. et Princ. v. J. 1720, Bl. 203 und 224.