Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 299)
- Language
- German
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271 Brisk hat, sofort 200 Rtlr. kaiserliches Geld bar erhalten, dann zu Joh. desselben Jahres wiederum dieselbe Summe und darauf 3 Jahre nacheinander jeden Breslauer Jahrmarkt 100 Rtl. Während dieses Zeitraums sollten sie sich mit der Brisker Gemeinde ״richtig berechnen“; falls es aber hierzu nicht käme, sollten die Kläger trotzdem niemanden aus der Brisker Gemeinde in Breslau ״anfertigen“ dürfen, sondern nur befugt sein, die beiden genannten Vertreter derselben, und zwar auch nur ״in foro competenti“ zu belangen. Uebrigens wollte der Oberrabbiner auf die Zahlung der ihm für jedes Jahr versprochenenen 400 Rtlr. verzichten, falls der oben erwähnte Abraham Isaak nur Waren bis zum Werte von 1500 poln. Gulden nach Breslau bringen könnte. Nach erfolgter Tilgung der Schuld sollten auf diesen wie auf den genannten Aeltesten alle Rechte, welche den Gläubigern bisher der Brisker Gemeinde gegenüber zugestanden hatten, übergehen, wie dies beziiglich der nunmehr gezahlten 200 Rtl. geschehe1). Am 3. Tischri 5454 (=1693) stellten die Aeltesten und Vorsteher der Judenschaft zu Lemberg einen hebräischen Wechselbrief über 1100 poln. Gulden aus2). Unterm 23. April 1710 bestätigen vier Aelteste der jüdischen Gemeinde zu Reusch-Lemberg3), dass ihnen der Breslauer Bürger Gottfried Vogelwürger ein bares Darlehen von 155 Rtl. gewährt habe, welches sie bis zum Breslauer Johannes-Markt 1711 zurückzuzahlen versprechen. Die Tilgung der Schuld sollte in der Weise erfolgen, dass ein jeder von Lemberg nach Breslau kommende ״Juden-Wagen“ zu diesem Zwecke 10 Rtl. zu entrichten hatte4). In demselben Jahre hatte Löbel Moyses ״Jude von Reusch- Lemberg“ an die dortige Judensehaft eine Forderung von 4000 Rtl. Nachdem an ihn hierauf durch den in Breslau seines Amtes waltenden Lemberger Schammes 100 Rtl. gezahlt worden waren, versprach er, nunmehr dieser Schuld wegen in Breslau x) Signaturb. vom Jahre 1705, Bl. 2b—4a, vgl. auch das v. J. 1704, Bl. 136 b—137־ a. 2) Repert. Parit. Bl. 194. 3) Die Namen derselben: Marcus Joseph, Salomon David, Herschel Borach und Herschel Moyses (Signaturb. v. J. 1710, Bl. 55 a). 4) Daselbst.