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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 256

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 256)
Language
German
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m ten Zuckers am Pesach zu enthalteu, ist daher ganz irrig und beruht gänzlich auf Missverstand und Unkunde, da selbst beim Eaffiniren, dessen Art und Weise uns ganz genau bekannt ist, durchaus kein חשש חימוץ stattfindet. Dasselbe gilt daher auch von dem Kandiszucker. Es ist demnach nicht nur der Gebrauch dieser Waren, wie nicht weniger der des Thees und Tabacks, sondern der Ankauf derselben bei jedem Kaufmann ohne Unterschied erlaubt; und hätte man bei dem Streuzucker allenfalls als die bei dem Gebrauche der Eosinen und des getrockneten Obstes nötige Vorsicht zu beobachten, dass man ihn nämlich durchsehe und von seinem ünrath reinige. Derjenige nun, welcher an solchen Dingen bloss aus Gewohnheit und daher נוהג איסור מחמת נדר gewesen, mag sich den nunmehrigen Gebrauch derselben durch שלשה אנשים lassen מתיר sein. Wir fordern Sie, Herr Eabbiner, im Vertrauen auf Ihre Einsicht und Liebe zum allgemeinen Besten hierdurch auf, Gegenwärtiges in allen Synagogen Ihrer Gemeinde sofort bekannt machen zu lassen, und dürfen hoffen, dass Sie in dieser Eücksicht demselben mit Ihrem gutem Beispiel vorangehn werden; indem man jedes Dawiderhandeln oder selbst unzufriedenes Benehmen gegen diese aufs Beste des Ganzen berechnete Massregel als Handlung eines seiner Pflichten nicht gedenkenden Mannes bestrafen würde, der dem Zutrauen des Konsistoriums zu entsprechen sich nicht befleissigen wolle. Wir erneuern Ihnen die Versicherung unserer Hochachtung. Königliches Westfälisches Konsistorium der Israeliten. (gez.) Jacobsohn 1), Berliner 2), Kalkar 3), Steinhart 4), Fränkel 5), Heinemann 6), Merkel 7) Sekretär. 1l Israel Jacobson, geb. 1768 in Halberstadt, gest. 1828 in Berlin. 2) Lob Mayer Berliner, geb. 1737 in Fürth, Rabbiner in Bamberg und Kassel, wo er 1814 starb. 3) Simon Kalkar in Eschwege, ein scharfsinniger Talmudgelehrter. 4) Mendel Steinhard, s. o. bei Josef Steinhart. &) Dr. David Fränkel aus Dessau, Direktor der dortigen jüdischen Schule und Herausgeber der Zeitschrift Sulamit (begründet 1806); starb 1865 in Dessau. 6) Jirmija (Jerome) Heinemann, Sohn des Rabbiners Meister Joachim Heinemann in Sandersleben, geb. 1778, Sekretär Jacobsons, Verf. ver schiedener Schriften, Herausgeber der Zeitschrift Jedidja (begründet 1816) st. 1860 in B e r 1 i n. , 7) Staatsrat Merkel, christliches Mitglied des Konsistoriums.

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