Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 208)
- Language
- German
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180 die sich im Fürstentum Ansbach vorfanden. Damals geschah es, dass auch Rapoport, nachdem ein grosser Teil seiner hebräischen Bibliothek beschlagnahmt war, vor eine Kommission geladen wurde, um dort über 38 Stellen, die den konfiscierten Büchern entnommen und als anstössig und die christliche Religion verletzend bezeichnet wurden, die verlangte Auskunft zu erteilen. Die Aufregung, in welche die an diesen Vorkommnissen beteiligten Personen versetzt wurden, scheint auch an Rapoport nicht spurlos vorübergegangen zu sein. Im Alter von 78 Jahren starb er in der Nacht des 22/23. Nissan (12. April 1746) nach 36jähriger Amtstätigkeit in Fürth1). Bei seiner Beerdigung wurden vier Grabreden gehalten. R. Jonatan Eibeschütz in Metz widmete ihm eine Trauerrede8), in der er hervorhebt, Rapoport habe während seines ganzen Lebens Fasten und Kasteiungen sich hingegeben und bis ins Greisenalter eine Jeschiba unterhalten. Abhandlungen über religionsgesetzliche Fragen befinden sich von ihm in שדת אור נעלם No. 39 (wegen הוספת דיינים) und in שדת שב יעקב IV No. 1 (in gleichem Betreff). In Michaels Katalog אוצרות חיים No. 788/789 sind handschriftliche Rechtsgutachten von ihm verzeichnet. Auch im שם הגדולים von Asulai (Buchstabe ב No. 40), sowie in dessen מחזיק ברכה II No. 42 wird sein Name erwähnt. Verschiedene talmudische Novellen stehen von ihm in דברי חכמים (Jessnitz 1726), in קול יהודה (Homburg 1743) und in מאמר אברהם (Fürth 1757). Gedruckte Werke hat Rapoport nicht hinterlassen. Das von Waiden im שה* *ג החדש p. 32 No. 56 und in den Mitteilungen für jüdische Volkskunde 1907 p. 24 n. 2 ihm fälschlich zugeschriebene עיטור בכורים hat R. Baruch b. Elkana Naumburg aus Fürth zum Verfasser, über den ich im zweiten Teil vorliegender Arbeit s. G. w. Näheres berichten werde. Bezüglich der Erteilung von Approbationen scheint er anfänglich sehr zurückhaltend gewesen zu sein. So bemerkt er in der Approbation zu נירפא דינוקא, er gebe zwar selten eine solche, mache aber hier eine Ausnahme, weil er das Erlernen *) Memorbuchauszug und Grabschrift s. im Anhang. *) «w» «יעד I, 75.