Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 207)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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179 ascetisches Leben; er war auch Mohel und mit guter Stimme begabt, die er als Yorbeter in den Dienst Gottes nud der Gemeinde stellte 1). In seiner Amtsführung war er von strengster Konsequenz und liess sich weder durch Beifall, noch durch Missfallen in den Mussnahmen beirren, die er zu treffen für notwendig erachtete2). Er beteiligte sich auch an den bekannten Kämpfen gegen Nehemia Chajun (1714) und Mose Chajim Luzzato3). Die gegen R. Hirsch Frankel 4), den Sohn des ß. Chaggai Chanoch, eingeleitete Untersuchung wegen angeblichen Besitzes von gotteslästerlichen und abergläubischen hebräischen Büchern5) rief unter seinen Glaubensgenossen einen derartigen Schrecken hervor, dass ßapoport am 9. Ab, während er die üblichen Klagelieder vortrug, plötzlich verstummte und sich ans der Synagoge entfernte, aus Furcht, es könne aus dem Inhalt dieser Gebete eine Denunziation gegen ihn abgeleitet werden6). Wenn er schon durch die damalige Bücherverfolgung (1712) in Mitleidenschaft gezogen wurde, indem man ihm viele Bücher wegnahm, so hatte er drei Jahzehnte später in noch verstärkterem Masse zu leiden, als eine grosse Bücheruntersuchung stattfand (1744). Diese folgte unmittelbar nach dem Sturze des fürstlichen Residenten Isak Nathan und wurde auf sämtliche hebräische Werke ausgedehnt, 1j Zu allen diesen Eigenschaften vgl. den im Anhang mitgeteilten Memorbuchauszug und die Grabschrift. Nach Inhalt des Fürther Geburtsbuchs nahm er noch als 78jähriger Greis wenige Wochen vor seinem Ahleben eine Beschneidung vor. 2) Bezeichnend ist, wie Cnollen, ein Zeitgenosse Rapoports {als Diaconus in Fürth 1714 gestorben) in »Unschuldige Nachrichten auf 1714“ p. 91 sich über ihn äussert. R. Baruch, heisst es dort, Rabbiner in Fürth, vormals zu Wilna in Lithauen ״allwo und in ganz Pohlen er einen grossen Nahmen der erudition und Ansehen bei den Seinigen gehabt; doch hatte er neulich, als er zu Österlicher Zeit Caffee zu trincken verbiethen wolte, weil ihm ausser andern Ursachen dessen Bohnen ein species tritici zu seyn deuchtete, bey seiner gegenwärtig-unterworffenen Gemeinde keine nachdrückliche und durchdringende Autorität“. 3J Vgl. ברם המד II, 62. 4) Vgl. meine Blätter V, 94 und die dort gegebenen Literaturnachweise. 5) Vgl. meine Kurpfalz p. 152. Würfel p. 31, Hänle p. 85,