Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 206)
- Language
- German
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178 Bedeutung höher stand als Fürth und obwohl jenes die Heimat seiner Frau Sara Chaja war. Sie war die Tochter des unter dem Namen R. Mose Charif bekannten Verfassers von תפארת למשה, der den grossen R. Heschel und den hohen R. Löb zu seinen Ahnen zählen durfte. Durch diese Heirat trat R. Baruch auch in die Verwandtschaft anderer angesehener Familien ein, da seine Scliwiegerinutter Nechama als Tochter des Benjamin Mirels1) den Hamburger Rabbiner Salomo Mirels ihren Onkel und den Chacham Zbi ihren Verwandten nennen konnte. Eine eigentümliche Bewandtnis hatte es mit dem Verhältnis zwischen dem Fürther Oberrabbiner und jenem in Schnaittach2). Wir haben schon oben davon gesprochen, dass R. Bärmann Frankel die Stelle als Rabbiner von Schnaittach bekleidete und zeitweise seinen Sitz in Fürth behielt. Auch Rapoport war Oberrabbiner von Schnaittach mit dem Sitz in Fürth und hatte als solcher das Recht, bei anderweitiger Besetzung der Stelle mitzusprechen. Diesem Umstande war es wohl mit zu verdanken, dass sein Sohn Löb auf das Rabbinat Schnaittach berufen wurde. Nach seinem Weggange (1742) erhielt der bisherige Fürther Rabbinatsassessor Juda Emmerich diese Stelle und kam hierdurch mit Rapoport in einen Konflikt, dem es nicht an widerwärtigen Auswüchsen fehlte3). Ein Vertrag der Gemeinde Sulzbürg mit Rapoport (Anschlussvertrag) liegt in Original bei den dortigen Gemeindeakten4). R. Baruch Rapoport war ein allseitig anerkannter und weitberühmter Gelehrter; er beherrschte vollständig Babli, Jeruschalmi und Tosifta; er unterhielt eine bedeutende Talmudschule, aus der zahlreiche Jünger hervorgingen; er führte ein anspruchsloses 1) Vgl. meine Blätter IV, 51. 2) Es ist hier nicht der Ort, dieses Verhältnis näher zu beleuchten, das jedenfalls durch eine für nächste Zeit zu erwartende Publikation des Distriktsrabbiners Dr. Weinberg in Sulzbürg über das Rabbinat Schnaittach eine gründliche Darstellung erfahren wird. s) Würfel (p. 58) stellt diesen Vorgang in tendenziöser Färbung dar, wahrscheinlich von der Fränkelschen Familie beeinflusst, die aufseiten des ihr verwandten Emmerich stand und gegen Rapoport unfreundlich gesinnt war; vgl. auch Kaufmann-Freudenthal, die Familie Gomperz, p. 273. 4) Mitteilung des Distriktsrabbiners Dr. Weinberg in Sulzbürg.