Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 204)
- Language
- German
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176 Trotz grosser Talmudgelebrsamkeit war R. Bärmaunn zu bescheiden, um die Ergebnisse seiner Forschungen weiteren Kreisen zugänglich zu machen * 1). Ein einziges gedrucktes Werk zeugt von seinem Wissen und Scharfsinn; es ist das von seinem Enkel Elia Fränkel in Prag 2) herausgegebene Buch מטה יששכר (Fürth 1792), das talmudische Novellen und Deraschot enthält. In den Deraschot, von denen sich die in Fürth gehaltenen auf die Jahre 1691—1704 erstrecken, finden sich keine scharfsinnige talmudische Deduktionen, wie sie damals gebräuchlich waren, sondern meistens Erklärungen von Midraschim und Talmudstellen. Bei den Verhandlungen aus Anlass der a. 1702 in Fürth vorgenommenen Bücherkonfiskation waren sechs Vertreter der isr. Gemeinde als Angeklagte vor die Kommission geladen, als deren Sprecher R. Bärmann fungierte. Am vierten Verhandlungstage erlärte er, an weiteren Verhandlungen nicht teilnehmen zu wollen, da er blos Rabbiner der brandenburgischen Judenschaft, nicht aber der Juden in Fürth sei, weshalb er sich auch nicht für verpflichtet halte, für diese zu antworten 3). R. Bärmann stand in Verkehr mit Chacham Zbi, der ihn zu seinen Verwandten zählte4). Sein Name findet sich auch sonst in der zeitgenössischen Litteratur 5). 6) Vgl. Approbation des R. Jecheskel Landau in Prag zu מטה ששכר, aus der auch im allgemeinen die hohe Wertschätzung ersichtlich ist, deren sich R. Bärmann zu erfreuen hatte. 6) Elia Fränkel, Sohn des Benjamin Wolf und der Rebekka, der Tochter des Prager Darschans R. Elia Spira, dessen Chiduschim er unter dem Titel .ששה שטות והדוש* הלכות אליו? רבד in Fürth drucken lies, war Almosenvorsteher in Prag: cf. ritsch. 45, 202. 1) Näheres siehe Kaufmann-Gedenkbuch p. 457 ff. 2) Vgl.שי״ת הכם צבי No 111 Schluss. Die Verwandtschaft ist zunächst darauf zurückzuführen, dass Rösel, die Tochter seines Namensvetters und Verwandten Isachar Bärmann in W i e n, die Gattin des Binjamin Wolf Mirels wurde, mit dessen Nichte Sara der Chacham Zbi verehelicht war. Dieser Verwandschaftskreis wurde noch erweitert, als Jehuda Lob, der Bruder des R. Bärmann in Fürth, sich mit Pessel, einer Tochter des genannten Binjamin Wolf Mirels, verheiratete. 3) Vgl. RGA חינוך בית יהורא No. 91 und 122; שו״ת שער אפרים p. 114 b und c (Jehuda Lob, der Sohn des Verfassers, nennt R. Bärmann seinen Verwandten); .שו״ת מעיל ציקד No. 45; שו*ת שבות יעקב I No 94 (Verf. nennt ebenfalls R. Bärmann seinen Verwandten); שער זקנים I. p4 65 (der dort mitgeteilte Trauervortrag