Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 203)
- Language
- German
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175 Sein grösstes Verdienst war die Stiftung einer Klausynagoge in Fürth, die er reichlich mit Thorarollen und prunkvollen Decken und Geräten ausstattete. Das Gebäude, in dem diese Synagoge sich befindet und das gleichfalls von ß. Bärmann geschenkt wurde, enthielt auch ein Lehrhaus (Bethamidrasch), in welehern Tag und Nacht das Thorastudium gepflegt wurde. Er setzte gleichzeitig ein bedeutendes Kapital aus mit der Be- Stimmung, dass aus den Zinsen das Gebäude unterhalten, ein Vorsänger und ein Diener angestellt, sowie Licht und Heizung für die dort Studierenden angesebafft werden sollen* 1). Die näheren Bestimmungen hinsichtlich dieser Stiftung enthält die von E. Bärmann am Sonntag, 17. Kislew (11. Dezember) 1707 niedergeschriebene letzte Willensverfügung. Bevor ein Jahr hiernach verstrichen war, fand sein Erdenwallen ein plötzliches Ende. Sonntag, den 2. Tag Suckoth (30. September) 1708 schloss er seine Augen zum Todesschlummer und wurde am geichen Tage bestattet2). Weil die Beerdigung am Laubhüttenfeste stattfand, wurden Lulaf und Esrog der Leiche vorangetragen, was auch bei ß. Elieser der Fall war. R. Bärmann war zweimal verheiratet. Seine erste Frau Channa, Tochter des Maier Guggenheim, starb in jungen Jahren am 21. Nissan (2. April) 1698 3). Seine zweite Frau Bunla, Tochter des Vorstehers Salomon Schneior und Schwester des Buchdruckers Josef, überlebte lange ihren Ehegatten; sie starb am 23. Nissan (4. April) 1736 4). Fünf Söhne und eine Tochter sind als Kinder Bärmanns verzeichnet 5). grafen. Kaufmanns Angabe (Letzte Vertreibung p. 199) wäre hiernach richtigzustellen. 1) Dass diese Klaussynagoge bei den bekannten Ereignissen der dreissiger Jahre nicht geschlossen wurde und in ihrem Bestände erhalten blieb, ist den Bemühungen des gelehrten R. Wolf Hamburg, eines Hachkommen R. Bärmanns, zu verdanken, über den weiter unten Näheres folgt. 2) Den im Memorbuch der Klaussynagoge enthaltenen Nachruf siehe im Anhang. Die Grabschrift ist bei Wolf bibl. hebr. IV, 1182 und im Kaufmann-Gedenkbuch p. 407 abgedruckt. Sie ist sehr panegyrisch gehalten, trotzdem R. Bärmann gewünscht hatte, dass Lobesausdrücke vermieden werden; vgl. Grabschrift Z. 11. ln Z. 7 fehlt selbstverständlich das Jod hinter dem Worte כהדר. 3) Grabschrift s. Kaufmann-Gedenkbuch p. 430 No. 68. 4) Den Nachruf im Klausmemorbuch s. im Anhang. 5) Zur Uebersicht über Bärmanns Familie s. die Stammtafel im Anhang.