Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 202)
- Language
- German
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174 10. Bärmann Frankel1). (17001708 ״). Samuel Eli Isachar Bärmann Fränkel war der Sohn des David Seckel und Enkel des Koppel Levi, der unter dem Namen ״der reiche Koppel“ in der Judengasse von Wien eine hervorragende Stelung einnahm und 1670 da verstarb. Als im folgenden Jahre die Juden von dort vertrieben wurden, fand David Seckel Levi mit seinen Kindern2) und Geschwistern eine neue Heimat in Fürth. Dort erwarb sich sein Sohn Bärmann bald solches Ansehen, dass er in das Vorstandskollegium der Gemeinde berufen, 16863) zum Rabbinatsassessor in Fürth und 1693 zum Oberrabbiner von Schnaittach4) und des Fürstentums Ansbach ernannt wurde. Nach dem Tode des ß. Elieser Heilbronn bekleidete er vertretungsweise die Stelle eines Oberrabbiners in Fürth5), wie er sich auch schon früher zeitweise als מורה צדק der Gemeinde zur Verfügung stellte6). *) Vgl. meine biographische Skizze in meinen Blättern V, 87. 2) Bärmann war also in Wien und nicht in Fürth geboren, wonach die Angabe Würfels p. 59 zu berichigen ist. 8) In dem gleichen Jahre stand er auf der Kandidatenliste für das Rabbinat Bamberg; vgl. Eckstein, Gesch. d. Juden im ehemaligen Fürstenturn Bamberg, p. 166. 4) In der Approbation zu קצור של״ה (Fürth 1693) unterschreibt Bärmann מק״ק פיורדא ומצודתי פרוסה על;מדינות אגשבך ושנייטוך עם הגלילות יצ״ו. Im מטה יששכר fol. 21 b wird dieDerascha mitgeteilt, die er 1693 פ' בשלה in Schnaittach hielt, als er dort zum Rabbiner aufgenommen wurde. Schnaittach war eine der Gemeindender מדינותאשפ״ה (Ottensoos, Schnaittach, Forth, Hüttenbach); Würfel (p. 57) verwechselt Forth mit Fürth und stellt auch das Verhältnis zwischen Fürth und den anderen Gemeinden nicht richtig dar. ö) Ums Jahr 1700 soll nach einer Notiz in Bibi. Friedland III No. 2363 R. Elieser b. Jehuda aus P i n c z o w, Verf. von דמשק אליעזר, Rabbiner in Fürth gewesen sein (vgl. über ihn Freudenthal, Aus der Heimat Mendelssohns, p. 302); einen Beleg hierzu habe ich nicht gefunden. 6) Offizieller Rabbiner war er nie, wie schon Ziemlich im Kaufmann- Gedenkbuch p. 463 n. 3 richtig bemerkt. Auf dem Titelblatt zu מטה יששכר wird er als במקום רב bezeichnet. Vielleicht ist dieses dem Einfluss seines Vetters Elkan Fränkel zuzuschreiben, der sein Gegner war und als Günstlng und Hofjude des Markgrafen Wilhelm Friedrich von Ansbach auch in Gemeindeangelegenheiten sich einen massgebenden Einfluss zu verschaffen wusste. Elkan erhielt 1677 von der Dompropstei die Schutzbewilligung und erst am Anfang des 18. Jahrhunders begab er sich in den Schutz des Mark-