Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 200)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2249-3489055- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
172 9. E 1 i e s e r Heilbronn 1) (1700)♦ Der Familienname Heilbronn ist in der jüdischen Literatur ziemlich stark vertreten und weist zweifellos auf die gleichnamige Stadt hin, in welcher sich im Mittelalter eine nicht unbedeutende Gemeinde befand. Der Name hat sich in den verschiedenen Ländern, wo er vertreten ist, auch verschiedenartig gestaltet und erscheint unter manchfachen Formen wie Heilbronn, Heilprun, Heilprin, Heilpern, Halpern und AIpern. R. Elieser Heilbronn 2) leitet seinen Ursprung sicherlich auch auf Deutschland zurück, da schon sein Urgrossvater sich als אשכנז Unterzeichnete. Er nannte sich Mose b. Sebulun Elieser Heilprin, war Rabbiner in ßrisk (Lithauen), Verf. von זכרון עשה (Lublin 1611) und Schwager des R. Samuel Edels (מהרש״א). Sein Sohn hieß Elieser Lipmann; sein Enkel Isaak, Rabbiner in T i k t i n, war der Vater des R. Mordechai Heilprin inJarosIaw und dieser zeugte unsern Elieser, der 1648 in Jarosiaw geboren wurde. Er hörte zuerst in Gemeinschaft mit seinem Jugendgenossen Naphtali Kohn, dem spätem Rabbiner in Frankfurt a. M., die Talmudvorträge des R. Josia in Przemysl und besuchte alsdann die Talmudschule des R. Saul Katzenellenbogen, Rabbiner in P i n c z 0 w und Vater seines späteren Schwiegersohnes Mose Katzenellenbogen. Hier legte er den Grund zu seinen bedeutenden Talmudkenntnissen und scharfsinnigen Talmudauslegungen, die ihm später den Ehrennamen Leser Chari f verschafften. Nachdem er die Rabbinatsstellen in Meseritsch und Tomaszow bekleidet hatte, ärurde er nach Fürth berufen. Am Donnerstag, 5. Nissan (25. Marz) 17003) mit grosser Ehre empfangen, hielt er am folgenden Sabbath (פ׳ ויקרא) seine Antrittsrede. Leider war seine *) Vgl. meine biographische Skizze in meinen Blättern für jüdische Geschichte und Litteratur, 1, 54. *) Ob der bei Würfel p. 59 genannte R. Leser Dubner mit dem unsrigen identisch ist, sodass hieraus zu folgern wäre, dass R. Elieser ent״ weder in Dubnow geboren ist oder dort als Rabbiner gewirkt hat, vermag ich nicht zu entscheiden. 8) Unterwegs ״auf der Reise zum Antritt seines Rabbinats in Fürth“ erteilte er in Breslau am 25. Adar eine Approbation zu ש״ע א״ח (Dyhern״ furth 1702).