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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 190

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 190)
Language
German
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162 daran lag, für den Talmud und seine ersten Erklärer (Raschi und Tossafot) den richtigen Text festzustellen. Diese ]methodische Behandlungsweise des Talmuds, die an R. Salomo Luria erinnert, ermöglichte es Kaydanower, viele schwierige Fragen in einfacher und überzeugender Weise zu beantworten. Er soll die Turim und den בית יוסף auswendig gekannt haben1) und stand mit seinem Verwandten ש״ך in lebhaftem brieflichen Verkehr. Auch R. David halevi (r»), der ebenso wie R. Sabbatai Kohen zu seinen Studiengenossen gehörte, wird von ihm öfter angeführt. Beide werden von ihm auch manchmal stark bekämpft2). Er war ein Mann der Wahrheit, die er immer, zuweilen auch ziemlich rücksichtslos, verfocht. Eine solche Animosität zeigt er gegen R. Samuel Meseritz, Rabbiner in Lemberg, dem er öfter den Vorwurf macht, er habe bei seinen halachischen Entscheidungen sich geirrt, die Quellen und besonders den בית יוסף nicht genügend beachtet und zuviel auf die Entscheidung des ט״ז sich gestützt. Dieser Vorwurf kränkte R. Samuel Meseritz umso mehr, als der ט״ו sein Lehrer war3), wie er sich auch dadurch und mit Recht verletzt fühlte, dass er durch Kaydanower in den Augen seiner Rabbinatsangehörigen herabgewürdigt und auch sonst geschädigt wurde 4). Es scheint, dass hier auf beiden Seiten gefehlt und vorschnell geurteilt wurde, denn Kaydanower zeigt an anderen Stellen, dass er die Tugend der Bescheidenheit wohl kennt5), wie er auch bei wichtigen Ent- Scheidungen Wert darauf legt, dass auch die Meinung anderer gehört werde. Er unterhielt stets eine grosse Talmudschule und zog viele Schüler an sich6). Unter diesen sind besonders R. Gabriel Eskeles7), Rabbiner in Prag, Metz und Nikolsburg, und R. Löb Zunz8) in Pinczew hervorzuheben. *) Vgl. מגלת ספר ed. Kahana, p. 5. 2) Vgl. אמונת שמואל Nr. 1, 23 und 45; שו״ת גוזלת שבערי Nr. 50; vgl dagegen seine Approbation zu שו״ע חו״מ (Amsterdam 1663). 8) Vgl. שו״ת נחלת שבערי Nr. 36 u. a. 4) Vgl. ibid. Nr. 31 Schluss. 8) Vgl. Stellen wie אמונת שמואל) באשר שמיראי חוראדי אני Nr. 2) und מה אני ומי אני בי מששתי את כלי והוא ריק דבש ואין ב1 לחלוחית של תורד, (das. Nr. 23). *) .שו״ת גחלת שבעד Nr. 40. 7) Vgl. dessen Approbation zu תפארת שמואל. •) Vgl. ברכת שמואל zu בראשית u. a. 0.; cfr. Mtsch. 1894 p. 502.

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