Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 187)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2236-3489042- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Głogów 1× ep/1047915
OCR text
159 Nachdem er in der Heimat den Unterricht im Talmud bei verschiedenen Lehrern1) genossen hatte, besuchte er die grossen Talmudschulen des R. Jakob und seines Sohnes R. Heschel in Lublin ohne die Absicht, sein Wissen in einem Brotstudiiim zu verwer״ ten. Allein die Verhältnisse zwangen ihn, durch Übernahme eines Rabbinerarates seinen Lebensunterhalt zu gewinnen. Er bekleidete im ganzen neun Rabbinatsstellen und zwar Biala, Kurow bei Lublin (wo ihn 1656 die Kosaken überfielen und seine zwei jüngeren Töchter töteten2), Langenlois (1656—1659), Nikols* bürg (wo er nur einige Wochen blieb), Fürth (1660—1661), Frankfurt a. M. (1667—16743), Gr. Glogau, Rzesczow (רישא) und zuletzt Krakau. In Bri sk in Litthauen war er als Rabbiner gewählt, bekleidete aber die Stelle nicht. In Chmelnik nahe bei Krakau, wo er in Angelegenheiten der Vierländer einer Versammlung von Rabbinen anwohnte, starb er in der Nacht des 19. Tamus 436 d. i. 29/30. Juni 1676. Aus seiner Ehe mit Schöndel, der Tochter des Rabbinats* assessors Abraham in Wilna, gingen ein Sohn und fünf Töchter hervor. Der einzige Sohn, Zbi Hirsch, befand sich schon als Kind in grösster Lebensgefahr, als die Kosaken seinen Vater überfielen und seine beiden Schwestern den Märtyrertod erlitten. Auch später hatte er infolge Verleumdung eines übelwollenden schwere *) Unter anderen Lehrern erwähnt er in אמונת שמואל Nr. 52 einen R- Mose» d. i. R. Mose b. Jizchak Jehuda Liwa, Verfasser des הרקת מהוקק; vgl. Vorwort zu שו״ת שער אפרים; vgl. auch שו״ת צמה צדק Nr. 29, wo unter שמואל הילנא wohl niemand anders als R. Samuel Kaydanower zu verstehen ist. Im V7rr בית zu ח״י Kap. 110 n. 1 wird von ihm und R. Hillel gegen R. Mose und R. Heschel in erschwerendem Sinne entschieden. Auch mit R. David Oppenheim stand er in Briefwechsel; cf. Michael אור ההיים p. 317 Nr. 15. 2) Lewin 1. c. p 21 teilt einen Auszug aus der Vorrede zu ברבת הזבה mit, in dem die Leiden des Verfassers näher beschrieben werden. 8) Duckesz (אוה למושב p. 5) scheint anzunehmen, dass Kaydanower 1669 Frankfurt a. M. verlassen habe, um über Hamburg nach Polen zu reisen; ich glaube, dass er zur Schlichtung der Streitfrage betreffs des Rahbiners David Teble eigens nach Hamburg als Schiedsrichter berufen wurde und von dort wieder nach Frankfurt a. M. zurückkehrte, wie dieses ja auch aus dem seiner Unterschrift beigesetzten תחיבה בק״ק פראגקפורט (cf. הבמי אד,/׳ו p. 10) deutlich hervorgeht; dass er 1675 noch in Frankfurt a. M war, ist sicher. Duckesz’ Mitteilung ist wohl auf Michael אזר החיים Nr. 317 zurückzuführen.