Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 184)
- Language
- German
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_156 __ rungen in das Bibelwort hineingelegt werden und will für dieses die einfache und natürliche Auslegung gewahrt wissen. Er eifert gegen verständnisloses Beten und unwürdiges Benehmen in der Synagoge. Um jenes zu beseitigen, traf er in Frankfurt a. M. die Einrichtung, dass in den verschiedenen religiösen Vereinen die täglichen Gebete sowie Pijutim und Selichoth übersetzt und erklärt wurden1). Um den öffentlichen Gottesdienst würdiger zu gestalten, schlägt er u. a. die Einsetzung von Aufsehern vor, die dafür zu sorgen haben, dass störende Unterhaltungen unterbleiben2). In der Abhandlung über Wohltätigkeit rühmt er die Deutschen wegen der gewissenhaften Absonderung des zehnten Teils ihres Vermögens zugunsten der Armen3). Sehr beachtenswert ist auch das Testament, das er hinterliess; es ist im השמים •^-Siddur seines Vaters mitgeteilt und wurde wiederholt gedruckt4). Er macht darin Angaben über seine Abstammung, empfiehlt besonders seinen Kindern Demut, Bescheidenheit und Friedensliebe und warnt sie vor Überhebung, Jähzorn und Streit. Er empfiehlt das Studium der Grammatik sowie kurze Predigten und macht besonders darauf aufmerksam, dass der Prediger und Volkslehrer persönliche Bemerkungen über seine Zuhörer, die leicht verletzen können, zu unterlassen habe. Das ganze Testanient ist voll inniger Religiosität, tiefer moralischer Überzeugung und besonderer Weltklugheit. R. Scheftel verfasste auch ein Bussgebet mit Bezug auf die Verfolgungen, die am 20. Siwan (10. Juni) 1648 in der Ukraine stattfanden, und ein אל מלא רחמים auf die Märtyrer in Nemirow.5) Ferner schrieben er und sein Vater Zusätze zu den חידושי הרימב״א auf die Traktate Erubin, Taanith und Moed Katan, Kethuboth und Baba Mezia, die von dem Enkel Abraham herausgegeben wurden (Amsterdam 1729). ווי העמודים ף p. 14 b. 2) Das. p. 15 a. 3) Das. p. 19 a. 4) Es erschien zum erstenmal in Frankfurt a. 0. s. a. mit dem grossen und kleinen Sündenbekenntnis und einigen Gebeten; dann 1701 in Verbindung mit dem von seinem Grossvater Abraham Horwitz verfassten יש נוחלין. ö) Vgl. Gurland, Beiträge zur Geschichte der Judenverfolgungen, III, 18ff.