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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 183

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 183)
Language
German
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IRI
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155 ragende, scharfsinnige und wissenskundige Gelehrte sich befanden1״). Nach vierjähriger Wirksamkeit in Fürth übernahm er 1632 die Rabbinerstelle in Frankfurt a. M.; 1643 ging er nach Posen, bekleidete fünfzehn Jahre den dortigen Rabbinatsposten und folgte 1658 einem Rufe nach Wien, wo er Freitag, 28. Nissan (9. April2) 1660 aus dem Leben schied. Kaum siebzehn Jahre alt, heiratete er die Tochter des R. Mose ben Israel aus Lublin, genannt R. Mose Charif3), und schloss nach ihrem Ableben ein zweite Ehe mit. Vögel, der Tochter des R. Mose Jalisch in Krakau, die 1680 dort starb4). Von den Kindern des R. Scheftel kennen wir seinen Sohn R. Jesaja Hörwitz II., von dem später die Rede sein wird, und eine Tochter, deren Gatte der Korrektor Elia b. Benjamin Kohn war5). R. Scheftels Hauptwerk trägt den Namen דד העמודים (die Haken an den Säulen) und ist dem von seinem Vater verfassten שני לוחות הברית als Einleitung beigedruckt. Schon der gewählte Titel zeugt von der Bescheidenheit des Verfassers, der diese Schrift nur als Beigabe zu der seines Vaters aufgefasst wissen will und ausserdem noch, wie er in der Vorrede bemerkt, an das Werk עמודי שש seines Lehrers R. Salomon Efrajim Leut schütz6) erinnern möchte. Er behandelt in dieser Schrift, unter Anlehnung an die Sprüche der Väter (I, 2 und 18), die sechs Säulen eines gottesfürchtigen Lebens: Lehre, Gottesdienst, Wohltätigkeit, Wahrheit, Recht und Frieden. Gleich seinem Vater ein eifriger Anhänger der Kabbala, legte er auf die ethischen Momente der göttlichen Lehre einen besonderen Nachdruck und erblickte in ihnen die Quelle religiösen Lebens. Er liebt es nicht, dass halachische Ausfüh- *) Vorrede zu ווי העמודים. 2) Vgl. Frankl (Inschriften Nr. 254). Zunz (Sterbetage p. 19), Cat. Bodl. (Nr. 6866) und Kaufmann (Letzte Vertreibung p. 72) haben alle das unrichtige Datum des 12. April. 3) Vgl. Secharja Mendels Vorwort zu .מגדרת זבריד (Frankfurt a. O. 1776). 4) Wettstein, לת,לדות גחלי ישראל p. 19. ö) Vgl. dessen Schlussgedicht in der Einleitung zum .של״ד. 6) Der bekannte Verfasser von עוללות אטדים, בלי יקר, עיר גבורים ונו׳. Er starb Donnerstag, 7. Adar (21. Februar) 1619 in Prag (vgl. Galed Nr. 10, wo שני in שנת umzuändern ist, da das Jahr 1619 kein Schaltjahr war); seine Frau Selda starb 1726 in Prag (Hock, die Familien Prags, p. 184, wo in der An* merkung ebenfalls אדד%ב׳ zu berichtigen ist).

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