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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 169

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 169)
Language
German
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141 für das ganze Land nicht gleichförmig, und weil sie wie jedes hohe Kopfgeld äusserst unzweckmässig und ungerecht ist. Die Vorschläge zur Herstellung einer gerechten, einheitlichen Besteuerung bekunden aufs neue den humanen Geist des Verfassers: ״Um Einförmigkeit zu erzielen, müssten alle bisher auf den Juden als solchen ruhenden Abgaben, unter welchem Namen sie Vorkommen mögen (Silber- Kleppergeld, Feuereimerי) u. s. w.) abgestellt werden. Da wo (wie in einigen neu erworbenen Landen) die Juden, unter dem Namen Neujahrsgeld oder anderen Rubriken, etwas an die Beamten zu entrichten hatten, wären diese Abgaben bis zu dem Tode oder der Versetzung derjenigen, welche sie jetzt beziehen, fort zu bezahlen, nachher müssten sie ebenfalls eingeh en.“ ״Als Surrogat für alle diese Abgaben und für das Schntzgeld in seiner jetzigen Form schlage ich eine Vermögenssteuer, wenn auch unter dem Namen Schutzgeld vor. — Dass aber bei dieser Gelegenheit die Abgaben der Juden erhöht würden, dafür kann ich nicht stimmen; — meiner Überzeugung nach sind sie ohnehin zu hoch besteuert“. Im Interesse der Gerechtigkeit fordert ferner der Verfasser, dass die Gewerbesteuer nicht neben dem Schutzgeld erhoben werde, sondern in demselben mit einbegriffen sei. Ebenso sollten ״zur Ehre des Staates die doppelten Sporteln, welche man die Juden für Concessionen und Dispensationen bezahlen lässt, die sie mit den Christen gemein haben, z. B. Altersdispensationen, Dispensationen von verbotenen Graden, Trauerjahr u. s. w., welche nicht nur höchst ungerecht, sondern überhaupt eine gehässige Abgabe sind, zu deren Rechtfertigung sich nichts anführen lässt, abgestellt werden.“ Bekanntlich sind die bisherigen Vorschläge du Thils zur bürgerlichen und wirtschaftlichen Verbesserung des Zustandes der jüdischen Bevölkerung von dem Bestreben geleitet, dieselbe allmählich vom Handell 2) fernzuhalten und mehr dem Gewerbe zuzuführen. Dass diese Idee des Verfassers nicht von Judenfeindlicher Gesinnung diktiert ist, beweisen nachstehende, von Erkenntnis der realen Verhältnisse zeugenden Ausführungen: ״Ich werde es l) Siehe Seite 112 (Anmerkungen). '2) Siehe S. 128 und Anmerkung.

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