Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 151)
- Language
- German
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12S 2) Gleiche Anwendung der bürgerlichen Gesetzgebung auf alle Glieder des Staates, 3) Unterordnung der kirchlichen Gewalt unter die Aufsieht des Staates und ausserdem Sorge dafür, dass nichts gelehrt werde, welches den wesentlichen Zwecken des Staates widerstreben könnte *), 4) Sorge für bessere Geistesbildung dieser Mensehenklasse, 5) Eröffnung neuer Nahrungszweige, durch welche auf der einen Seite ein Missverhältnis, welches den Gang der National- Ökonomie stört, gehoben, auf der anderen Seite dieser Menschenklasse die Möglichkeit gegeben werde, sich ohne Laster ein ehrliches Auskommen zu verschaffen, und durch welche eine Menge niizlich seyn könnender Hände dem Staate neu zugewandt werde, 6) Abstellung der Vorurtheile und Unterdrückungen, welche diese Menschen in ihrem Gange hinderten — Zurückführung ihrer Besteuerung und ihrer ganzen bürgerlichen Existenz auf die Grundsätze der Billigkeit, aber auch Gleichstellung derselben mit anderen Bürgern in Tragung der Lasten, die dem Unterthanen obliegen.״ Mit der gleichen Vorurteilslosigkeit und Einsicht bespricht der Verfasser die Frage, ob die jüdische Religion Grundsätze gegen das Wohl christlicher Staaten enthalte: ״Nun zur Sache! Man würde Tadel verdienen, wenn man aus Eisenmengers bekanntem Buche 2) heute noch die Argumente gegen die Juden hernehmen wollte; christliche Gelehrte haben längst diesem Buche den Stab gebrochen und seinen Verfasser, der selbst getaufter Jude war, einer grenzenlosen Leidenschaftlichkeit, der absichtlichen Verdrehung und zuweilen der Unwissenheit beschuldiget; besser ist es also, sich an die zu halten, welche in den letzten 30 Jahren schrieben, auch ihre Quelle war dieser Eisenmenger, aber sie entlehnten doch nur das, was man, ohne sich zu schämen, etwa noch sagen konnte.“ Wie bisher aus den treffenden Darlegungen ersichtlich, so widerlegt Du Thil des weiteren in gleich vorurteilsfreier Weise, sowie in scharfsinnigen Ausführungen alle Anklagen gegen die 0 Betr. die aus dem Geiste der Zeit resultierende falsche Anschauung über den Geist des jüd. Schrifttums« aV ״Entdecktes Judentum“, 1700.