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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 136

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 136)
Language
German
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108 des vorigen Jahrhunderts nicht nur in Hessen, sondern in gan2 Deutschland angesehen werden. Die in demselben erwähnten Verordnungen sind von mir durch Hinweis auf die entsprechenden Judenordnungen mit historischen Belegen versehen, sowie durch sachliche und geschichtliche Bemerkungen erläutert worden. L Rechtliche und soziale Lage der Juden. Die Arbeit du Thils, welche in ihrem ersten Teile die historische Entwicklung der bisherigen Judengesetzgebung behandelt erörtert zunächst die Rechtsverhältnisse der Schutzjuden1). Dem Schutzjuden wurde nach Erlegung des Scbutzgeldes (wovon später die Rede ist), ein Schutzbrief2) ausgefertigt. Im י) Die fuden teilte man in Schutz״ und Schirmjuden oder verleitete Juden (Judaei recepti) und unvergleitete Juden (Judaei non reeepti) ein, daher das ,,Schutzgeld״ und der ״LeibzoH״. Wann die Juden in den hessischen Landen zum ersten Male erschienen sind, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Urkundlich kommen sie frühestens im Jahre 1387 und zwar in Grünberg (Oberhessen) vor. Laut eines Leihebriefs hatte Heinrich Clauder, Amtmann zu Grünberg, von wegen seines gnädigen Herrn, des Landgrafen Hermann, die ״Judenschul und auch das Judenbad״ und dieselbige Haus- und Hofstadt, in der Judengasse in Grünberg gelegen, Lotgen Spangenbergs und Hennen Huen, beiden Bürgern daselbst, vor 15 guter alter Tornos oder 25 Schillinge Heller Grünberger Werung darfür alle Jahr an die Rente zu G. zu bezahlen, zu Landsiedelrechten verliehen (Glaser, Geschichte der Stadt Grünberg). ') Der älteste hessische Schutzbrief gehört dem Jahre 1414 an. Derselbe lautet: ״Wir Ludewig von Gots Gnaden Landgrave von Hessen, bekennen vor uns und unser erbin uffentlieh in diessem briffe, daz wir Meier von Frankenfurd den Judden, und Sara sine Hussfrauen zu unsiren Judden genommen und entfangen han, und sie soln in unser Stad Rotenburg wonhaftig sin und wir woin den egenanten Meier, Sara seine Hussfrauwen, ire Kinder und Gesinde virtedingen und schuzen glich andern unsern Judden in unserm Fürstendum wonende und sal uns derselbe Meier davor dyt Jar zen czinsa gebin uff sank Michelstag drieh (3) gude rinsche Gulden. Diess zu Urkund han wir unser Jnsigil an diessen Briff tun henken. Datum Ipso die trinitatis anno domini MCCCCXIIIL

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