Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Amoraim 1× ep/1003430
- Rashi 1× ep/1002670
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102 die eine feurige Hand beim Gastinahl des Belschazar geschrieben hatte (Daniel 5,5). Es wird dort die bekannte Ansicht vorgetragen, dass damals, oder kurz vorher, der Übergang vom alten כתב עברי zum neuen כתב אשורית vor sich gegangen, so dass die ״Weisen“ Babels mit diesen neuen Schriftzeichen noch nicht vertraut waren. Unser Talmud neigt jedoch der Ansicht zu, dass die Schriftzeichen nicht verändert worden, dass vielmehr das כתב אשורית die ursprüngliche Schrift ist, und fragt demnach mit Becht, wie es zu erklären sei, dass die Weisen Babels nicht einmal die hebräischen Schriftzeichen lesen konnten. Es heisst doch in Daniel ausdrücklich, dass sie weder die Schrift lesen konnten, noch die Deutung anzugeben wussten. Diese Frage ist auch ganz berechtigt. Wie man auch über die ״Weisheit* der חכימי בבל denken mag, so viel Kenntnisse muss man doch bei den offiziellen Vertretern der Wissenschaft des mächtigen babylonischen Reiches voraussetzen, dass sie die hebräischen oder aramäischen Schriftzeichen lesen konnten. In der Gemara daselbst kommen mehrere Amoraim zum Wort, von denen jeder seine eigene Meinung kundgibt, um diese Frage zu beantworten. Der Eine meint, die Buchstaben waren nach dem ־א״ת בישAlphabet, der Andere, dass sie von links nach rechts geschrieben waren. Der Amora Samuel dagegen sagt, die Buchstaben waren in folgender Form geschrieben: ממתום ננקפי אאלרן, Raschi erklärt daselbst, es waren drei Worte von je fünf Buchstaben, die dann von Daniel in dieser Weise gelesen wurden, dass er die drei ersten, dann die drei zweiten Buchstaben u.s.w. als zusammengehörig erkannte. Die Erklärung von Raschis Worten macht den Kommentatoren Schwierigkeit. מוזרש״ל möchte - sie emendieren. מהרש״א verteidigt die Richtigkeit unserer Lesart. Beide nehmen an, dass die Schriftzeichen nebeneinander gestanden haben. Mir erschien von jeher als die einfachste Lösung, dass die drei Buchstabengruppen nach Samuels Ansicht nicht nebeneinander, sondern untereinander geschrieben waren, sodass sie von oben nach unten gelesen werden mussten, und zwar in nachstehender Form: