Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2176-3488982- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
99 anftthre, nicht eine Ergänzung von Seiten der Makkabäerbücher geradezu gefordert hätten. Wäre es denn nicht sehr auffallend, wenn sich über eine solche tiefeinschneidende .נדוד, die in den Midraschim so gut und vielseitig beglaubigt ist,gerade dort keinerlei Nachricht erhalten hätte, wo sie unbedingt zu Anden sein müsste, nämlich im ersten Kapitel des Makkabäerbuches, wo die mannigfachen Leiden und Bedrängnisse jener Zeit aufgezählt werden? Wir wissen ferner und es ist allgemein anerkannt, dass die griechischen Makkabäerbücher aus einem hebräischen Original geflossen sind, und dass der Übersetzer seine Vorlage an vielen Stellen nicht verstanden und häufig den richtigen Sinn verfehlt hat1). Wenn wir nun in einer derartigen Version eine dunkle Stelle finden, die sich so deuten lässt, dass sie das enthält, was wir zu erwarten berechtigt sind, dann werden wir nach allen Regeln der Kritik befugt sein zu sagen: Hier hatte das Original das, was wir suchen; der Übersetzer hat es nur ungenau w i e d er ge ge b en und vielleicht gar nicht richtig aufgefasst. Demgegenüber wiegen die Einwürfe Kotteks nicht sehr schwer. Dass es rat!; tvQioxofiivcac heissen muss, 'ist selbstverständlich; der Fehler ist entweder auf den Übersetzer oder auf einen Abschreiber zurückzuführen. Es heisst auch nicht, dass sie von Monat zu Monat ihr ^Gewalttätigkeit aasiibten, sondern dass sie ihre Gewaltätigkeit ansübten gegen die, die von Monat zuMonat sich einfanden, womit nicht gesagt ist, dass sie zu einer und derselben Zeit sich einfanden,wie Kottek behauptet. Die Gewalttätigkeiten können alltäglich geschehen sein, der Text spricht nicht dagegen2). In der Hauptsache hat Kottek übersehen, dass ftqvl *ui ftyvi von ,Monat zu M 0 n a t“ und nicht von ,Neumond zu Neumond* heisst. Wo הודשNeumond heisst, pflegt die Septuaginta *) Es erübrigt sich, dafür Beweise beizubringen; jedes exegetische Werk enthält deren zur Genüge. -) ich habe über diesen Punkt eine erste Autorität auf dem Gebiete des Griechischen befragt und erhielt folgende Antwort: ,Der Einwand Ihres Freundes scheint mir nicht stichhaltig, denn der Ausdruck ,von Monat zu Monat“ kann doch wohl subjektiv von den einzelnen Frauen, von denen jede zu ihrer Zeit in die $tadt kam, verstanden werden“.