Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 124)
- Language
- German
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96 sind sehr gezwungen und in der letzteren ist noch dazu das Zitat unrichtig. Es liegt hier meines Erachtens במכ״ת ein Gedächtnisfehler vor, denn Megillah 21 a, wo diese Stelle vorkommt, lautet sie verkehrt: רכות בעמידה קשות בישיבה, was auch das Natürliche ist; leichtere Partien lernte man stehend, schwierige, die den Geist anstrengen, sitzend. Vgl. p zu Megilla 21 a und קרבן נתנאל zum רא׳יש daselbst. Will man sich nicht zu obiger Emendation entschliessen, so bietet sich folgender Weg zur Erklärung. Bekanntlich zerfiel das damalige ״Lernen“ in zwei Teile; in גמרא oder גירסא und in סברא. Ersteres bestand im gedächtnismässigen Wiederholen der halacbischenTratitionen, letzteres im Erforschen und Verstehen der Begründungen. Vergleiche dazu Sabbath 63 a; Erubin 63 a; Sucka 28 b und 29 a; Jebamoth 72 b; Aboda Sara 19 a. Wenn man nun beim Lernen zwischen Leichtem und Schwerem unterscheiden will, so liegt es nahezu sagen, dass נמרא, d. h. das Wiederholen des Memorierstoffes, zu den רכות zählt, während die סברא, das tiefere Eingehen auf die Gründe, naturgemäss קשות gebannt wird. So sagt ja auch der Talmud in Sucka a. a. 0. הא במגרס הא בעיונא, d. h. das Wiederholen muss in der Sucka, aber der עיון, der tieferes Nachdenken erfordert, kann ausserhalb der Sucka, im Hause, wo man sich besser sammeln kann, geschehen. Die Authentizität der Ueberlieferung — nur darum handelt es sich in den beiden obigen Fällen — lässt sich demnach bemessen, je nachdem ein Schüler, ceteris paribus, bei keinem Lehrer בעמידה längere oder kürzere Zeit gelernt hat; die ישיבה kommt hierbei nicht in Betracht. Deshalb berufen sich die beiden Tannaim auf ihre längere Lernzeit בעמידה. Uebereinstimmend mit dem Obigen lesen wir Erubin 13 a: ד מאיר ששימש את ר׳ ישמעאל ואת רבי עקיבא und dass zuerst in נמרא R. Ismael, dann später in סברא R. Akiba sein Lehrer war. Das ist genau dasselbe, was der Jerrschalmi mit anderen Worten sagt: ששימש את ר* עקיבא ישיבות. Man kann aber auch ohne Unterscheidung von קשות und רכות zu demselben Resultat kommen. Bekannt ist, wie grossen Wert unsere Alten auf die נירסא דינקותא gelegt haben (Sabbath 21 b, Abotb IV, 25). Wir haben eben gesehen, dass die jüngeren