Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 119)
- Language
- German
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91 anderen Stammes, der das jenseitige Ufer bewohnte, soll nach Michaelis der arabische Namen für Glas j von אשר stammen, weil man das Fabrikat mit dem Namen des Erzeugungsortes belegte, ähnlich wie die Namen der Stoffe Damast, Manchester 11. a. entstanden sind1). 8. Die Glasfabrikation muss schon damals einen hohen Grad von Vollkommenheit erlangt haben. Wir finden in der Mischna nicht nur Lampen und Laternen, Flaschen, Becher und Trichter, sondern sogar Schränke aus Glas, Scheren, Gewichtsteine, grosse Buffets zum Aufbewahren der täglichen Gebrauchsgegenstände (Kelim XXX und Tosefta das.). Bis in die jüngste Zeit hinein war man der Ansicht, dass es im Altertum nur Metallspiegel, aber keine solchen aus Glas gegeben habe. In der Mischna Kelim a. a. 0., 2 werden aber ausdrück-• lieh ״Glasspiegel“, אספקלריא, erwähnt. Noch deutlicher lässt sich dies aus Tosefta Kap. VII ersehen. So erklärt es auch R. Schimschon mit den Worten: כעץ מראות שלנו שהנשים מסתכלות בו. Es hat auch schon vertiefte Spiegel gegeben, die das Bild verkleinern mussten, denn es heisst dort, dass der Spiegel auch als בלי קבול dienen konnte. Im Midrasch Bereschith rabba IV heisst es: ״Man brachte ihm grosse und kleine Spiegel; in dem grossen sah er alles gross, in dem kleinen alles klein“. Das kann natürlich nicht von der relativen Grösse und Kleinheit der Spiegel abbängen, sondern es muss schon konkav und konvex geschliffene Spiegel gegeben haben, die das Bild vergrössern oder verkleinern. Diese Zeugnisse aus Mischna und Midrasch haben in neuester Zeit eine unvermutete Bestätigung erhalten. Im 49. Band der ״Verhandlungen des historischen Vereins von Oberpfalz und Regensbürg“ bespricht Professor Steinmetz eine Serie von Glasspiegeln, die in römischen Gräbern an der von Regensburg nach Augsburg führenden Römerstrasse gefunden worden sind. Es sind kleine, rund oder vieleckig zugeschnittene Gläser von 27—2,ג cm Durchmesser, die von ausserordentlicher Dünne sind. Infolge der Wölbung geben sie trotz ihrer Kleinheit das Bild des Beschauers vollständig wieder; häufig allerdings etwas verzerrt. }) Die Herstellung der Glasgefässe vermittels Auiblasens der flüssigen Nasse erwähnt Jeruschalmi Sabbat VII, 2 g. E. mit den Worten*• הגופה ביי וממית und ferner Babli Sanhedrin 91 a.