Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 118)
- Language
- German
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ftexile, welches ein Architekt unter der Kegierung des Tiberius (?) gefunden hat (Hist. Nat. 36, 195; Dio Cass. 57, 20, 7). Von den Neueren wird diese Nachricht in Zweifel gezogen, wie gewöhnlich, wenn es der Jetztzeit nicht gelingen will, ein Problem zu lösen, das im Altertum gelöst worden sein soll. Das unbefangene Zeugnis des Talmuds dürfte geeignet sein, jeden Zweifel zu beheben. 2. Ueber die Glasfabrikation bei unseren Vorfahren mögen hier einige Notizen folgen. Die Erzählung des Plinius von der Erfindung des Glases durch phönizische Schiffer ist bekannt. Ein Schiff mit einer Ladung Nitrum ist bei stürmischem Wetter in der Nähe der Mündung des Flusses Belus an die Küste getrieben worden. Die Schiffer haben, um ihre Speise zu kochen, da sie am Ufer nur Sand und keine Steine fanden, einige Klumpen des Nitrum auf den Sand gelegt und ihre Kessel darauf gesetzt. Nach dem Erlöschen des Feuers zeigte sich am Boden zu ihrem grossen Erstaunen eine durchsichtige Masse. Durch diesen Zufall wurde eine der segensreichsten Erfindungen gemacht. Fachmänner behaupten, der Vorgang müsse ein anderer gewesen sein, denn die Hitze, die sich unter solchen Umständen entwickelt, sei nicht stark genug, um eine Verglasung herbeizuführen. Tatsache ist jedoch, dass der Sand des genannten Flusses noch lange in dem Kufe stand, zur Glasbereitung besonders geeignet zu sein. An seinen Ufern entstanden viele Glashütten und sein Sand wurde noch im Mittelalter zur Glasfabrikation nach Genua und Venedig ausgeführt. Dieser Fluss entspringt in Galiläa am Fusse des Karmelgebirges1), es soll der Josua 19, 26 erwähnte שיחור לבנת sein, welchen Namen man mit ״Glasfluss“ übersetzen will. Er bildete die Grenze zwischen den beiden Stämmen Ascher und Sebulun. Letzterem hat bereits Mosche in seinem Segen ״ שפוני טמוני חולdie verborgenen Schätze des Sandes“ verheissen, was sich nach Sifre, Megil- Iah 6 a und Pseudojonathan auf das זכוכית לבנה bezieht, wie es in einer Glosse bei Kaschi z. St. heisst: חול של זבולון חשוב משאר חולות וראוי לזכוכית לבנה, vgl. Berliners Kaschi-Ausgabe. Die Angabe wird durch die obigen Zeugnisse bestätigt. Von dem Namen des 1I Vgl. Tacitus hist. 5,7: Et Belus amnis )udaico mare illabitur: circa cufus os collectae arenae, admixto nitro, in vitrum excoquuntur.