Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
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82 Kommentar des B. Eljakim bar Josef, Manuskript München, heisst es zu unserer Stelle: בבשר התינוק. Ich glaube, nach obiger Darlegung bedarf es dieser gezwungenen Erklärung nicht. XXI. lii einer Deutung des Wortes גיהנם sagt der Talmud Erubin 19 a: ״ ניהנם שהכל יורדץ לה על עסקי הנםdie Unterwelt wird גיהנם genannt, weil alle dabin hinabsinken in Veranlassung oder wegen des הנם“. Baschi erklärt הנם mit עריות und sicherlich mit Kecht, denn wir finden ähnliche Aussprüche im Talmud zur Genüge, in denen gesagt wird, dass sinnliche Ausschreitungen und geschlechtliche Vergehungen den grössten Teil der menschlichen Sünden ausmachen. Soweit wäre der Sinn der Stelle ganz klar. Die Schwierigkeit liegt nur darin, ein Wort zu finden, welches dem הנם die Bedeutung עריות sichern würde. B. Samuel Edeles in seinen חידושי אגדות erklärt, הנס sei חנם und verweist auf Joma 75 a, wo es heisst: חנם היינו עריות. Wenn man aber die Stelle in Joma genauer ansieht, ergibt sich, dass dort dem Worte חנם keineswegs die Bedeutung עריום beigelegt wird, sondern dem Worte דגה von der Wurzel ״ דוגvermehren“; וגם ist in dem dortigen Zusammenhang ein Adverb in der gewöhnliehen Bedeutung ״umsonst“. Edeles selbst bemerkt zu jener Stelle, dass unter חנם die unentgeltlichen Heiraten gemeint seien, wie sie unter Verwandten üblich waren, während nach der sinaitischen Gesetzgebung, da nur Fremde sich heiraten durften, viel מהר ומתן gegeben werden musste. Einfacher noch könnte man es mit Baschi zu 4. B. M. 11,5 חנם מן המצות erklären. Der Sinn der dortigen Stelle ist demnach, dass das Volk über die neuen ehegesetzlichen Bestimmungen, welche Verwandtenheiraten untersagten, während solche in Aegypten noch üblich waren, sich beklagt und gemurrt habe. Das, sagt die Gemara, liegt euphemistisch ausgedrückt in den Worten: את הדגה אשר נאכל, das hinzugefügte חנם ist nur adverbielle Nebenbestimmung in gedachtem Sinne. Man kann daher aus der dortigen Stelle keineswegs schliessen, חנם stehe für עריות. Von den Lexicographen bringt erst Levy NHWB das Wort und erklärt es aus dem arabischen הון, welches angeblich ״leichtsinnig sein“ heissen soll. Das Unzulässige und Fehlerhafte dieser Erklärung hat bereits der kompetenteste Beurteiler, Fleischer,