Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
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81 der Beweis geführt, dass die Lesart unserer Ausgaben die rechte und korrekte sei, was nach Obigem nicht zu bezweifeln ist. Vorstehende Erklärung stützt sich auf die Ansicht Raschis in Sucka a. a. 0., nach welcher קוא und בוצינא eine und dieselbe Pflanze ist, die je nach ihrem Alter und nach ihrer Grösse zwei verschiedene Benennungen hat. Tossaphoth das. und Kethuboth 88 a דיה בוצינא weisen jedoch nach, dass es verschiedene Pflanzen seien, denn Targum Onkelos übersetzt 4 קשואים. M. 11,5 mit בוציגיא, während קרא hebräisch דלעת heisst. Demnach ist בוצינא die Gurke und קרא der Kürbis. In diesem Falle wäre die obige Erklärung nicht haltbar. Ich glaube daher nach dieser Ansicht hier eine kleine Korrektur vornehmen zu dürfen. Es soll ירוקא statt ינוקא heissen, welches Wort in Oholoth 8, 1 eine Gurkenart bezeichnet und neben דלעת steht, vgl. Maimonides das. Demnach wäre ירוקא wieder gleich בוצינא, womit die erklärende Glosse im Manuskript München ebenfalls übereinstimmt. Bei näherer Betracbtnng ist sogar diese kleine, von mir vorgeschlagene Textänderung gar nicht nötig, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass der Wechsel von ״Resch“ und ״Nun“ beim Uebergang vom Hebräischen ins Aramäische etwas ganz Gewöhnliches ist und den üblichen Lautgesetzen entspricht. So z. B. hebr. זרח aram.״; מחיvgl. Fleischer bei Levy NH WB I, 28Tb. Da nun das Wort ירקה in der angeführten Mischna hebräisch, in der Gemara ינוקא aramäisch ist, so kann auch der Übergang von ״Resch“ zu ״Nun“ damit zusammenhängen. Höchst wahrscheinlich hat auch Maimonides unser Wort als Bezeichnung einer Pflanze aufgefasst und das ist der Grund, dass es es nicht speziell anführt, weil er ם״נ מהי שביתת עשור bereits allgemein entscheidet: סותר להצטנן בפירות. Hätte er es aber, wie Tur und Schulchan Aruch, als ״Kind“ aufgefasst, so hätte er, nach seiner Gewohnheit, jede Halacha aus dem Talmud zu excerpieren, gewiss nicht unterlassen, auch dieses anzufahren. Nachträglich bemerke ich noch, dass in den הלבות הרי״ץ ניאת ed. Bamberger S.דג noch eine andere Erklärung für dieses rätselhafte ינוקא zu finden ist, wonach es יונקא heissen und ein feuchtes, irdenes Gefäss sein soll. Im Namen des Gaon Rab Hai wird dort mitgeteilt, dass es wirklich ״Kind“ bedeute;und dass der Körper eines Kindes zur Kühlung geeignet sein soll(?). Auch im JabrbuclilJ. L, 0. V[, 6