Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 107)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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9ז wonach die Frage berechtigt wäre: kann es denn andere Jahre, als die des Lebens geben? Aber wir können auch eine andere Uebersetzung wählen, die zu dieser Frage keinen Anlass bietet. Wie in den klassischen Sprachen, ebenso gibt es auch im Hebräischen eine Redefigur, welche die Grammatiker ״Hendiadyoin“ nennen, wonach ein einziger Begriff durch zwei mit ״und“ verbundene Substantive ausgedrückt wird, so dass man das zweite, mit dem ״Waw“ verbundene Wort als einen sich unterordnenden Genitiv fassen kann. Vgl. z. B. 1 עצבונך והרוק־. B. M. 3, 16. Ein anderes Beispiel dieser Art scheint mir der Ausdruck עיר ואם בישראל (H Samuel 20,19) zu sein. Es ist so viel wie ״Metropolis“, mit welchem Ausdruck es auch die LXX übersetzen. Das Wort ואם tritt also erklärend und ergänzend zu dem vorhergehenden עיר hinzu und bildet mit ihm einen Gesamtbegriff1). In ähnlicher Weise lässt sich der Vers Mischte 3, 2 שנות חיים ושלום יוסיפו לך erklären, als wenn es stünde: שנות היים של שלום ״Jahre des glücklichen, friedlichen Lebens“, so dass die Frage der Gemara: וכי יש שנים שאינם של חיים darauf gar nicht anwend• bar ist. Hingegen aber auf Vers 9, 11, wo שנות חיים allein steht, ist die Frage ganz berechtigt. Schon aus diesem Grunde allein scheint die von uns bei Raschi vorausgesetzte Lesart die richtigere zu sein. Zu bemerken ist noch, dass diese Auseinandersetzung ans Rascbis Mischlekommentar eine starke Stütze erhält. Während er zu 3, 2 gar keine Erklärung hinzufügt, sieht er sich genötigt, zu 9,11 zu bemerken:שנות חיים. שנים של חיים של פרנסה ועושר, was mit der Erklärung der Gemara dem Sinne nach übereinstimmt. Man sieht daraus, dass nach Raschi nur der letztere, nicht aber der erstere Vers einer Ergänzung bedarf, denn sonst hätte er seine Erklärung zu dem früheren Verse gegeben. XX. In Joma 78 a heisst es: רב יהודה מצטנן בקרא רבה מצטנן בינוקא ״Rab Jehuda kühlte sich (am Versöbnungstage) mit einem Kürbis ab (wahrscheinlich, indem er denselben in Stücke schnitt und die ') Auch im Talmud ist diese Redefigur vorhanden. Vgl. Joma 80 a שיעורי! ועונשין ר&״ם, was daselbst als!שיעורי! של עונשי erklärt wird, womit keine Emendation, sondern eine nähere Erklärung des ersten Ausdruckes gegeben wird. Damit erledigt sich auch eine Frage, die von den Erklären! dort aufgeworfen wird•