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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 94

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 94)
Language
German
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06 Thora durchbrochen wurde. Denn es war beim Unterricht der Kinder nicht möglich, einen ganzen Vers auf einmal durchzunehmen und daher erzählt R. Chananja, dass R. Chanina der Grosse ihm erlaubt hätte, in der Mitte des Verses abzubrechen. Diese Erlaubnis erstreckte sich aber nur, so nehmen wir an, auf die Mitte der Verse, wo eine, wenn auch kleinere, Pause ohnedies vorhanden ist, und auch nur dann, wenn der Halbvers einen geschlossenen Gedanken enthält, sodass er als Vers angesehen werden kann. Der erste Vers der Thora kann nicht als Doppelvers gezählt werden, denn die zweite Hälfte enthält das Objekt der ersten Hälfte. Dagegen ist wohl denkbar, dass der zweite Thoravers doppelt gezählt wurde. Bei dem dritten ist dies wieder nicht möglich, weil seine zweite Hälfte die Mindestzahl der Worte eines Verses, nämlich drei, nicht enthält. Beim vierten und fünften ist dies wieder leicht ausführbar, besonders der zweite Halbvers des fünften entspricht genau dem 13. Vers des 1. Kapitels. Auf diese Weise wurden die Halbverse besonders gezählt und deren Zahl belief sich auf 8888 statt der 5845 Vollverse, denn dasselbe Verhältnis zeigt sich gleich bei der ersten kleinen Parascha der Thora, deren fünf Verse acht Halbverse enthalten. 11. Bei der weiteren Erklärung unserer Baraitha müssen wir jetzt, nachdem wir die LA שמנת אלפי, וכד begründet haben, erst recht den oben angegebenen Weg einschlagen, denn es ist absolut ausgeschlossen, dass der Psalter oder die Chronik an die 9000 Verse haben sollen. Nach unserer Erklärung, dass unter תהלים die כתובים zu verstehen seien, fällt diese Schwierigkeit fort. Zwar haben die Kethubim ohne die Chronik nur 6802 Verse1), während sie nach unserer Baraitha 8888+8=8896, also ein Mehr von 2594, haben müssten, diese Vermehrung ist jedoch in derselben Weise wie bei der Thora zu erklären. Es handelt sich hier um Halbverse, indem die אתנחתא- oder עולה ויורד- Pause bei grossen Versen als פסוק angesehen wurde, ln der Tat weist auch unsere Talmudstelle bei den פסוקים von תהלים eine kleine Verschiebung des Mittelpunktes auf. Nach der Massora ist der Mittelpunkt bei Ps. 78,36, nach dem Talmud daselbst Vers 38. 12. Bei Gelegenheit sei bemerkt, dass die drei Mittelpunkte der Thora in Massechet Sofrim Kapitel 9,3 ebenfalls erwähnt l) Nach Ginsberg 6299.

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