Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
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65 Halbvers vorhanden ist und man bedenkt, dass graphische Unterschiede ohnedies bei der Versabteilung nicht vorhanden waren, so kann man den Halbvers ebenfalls als פסוק im weiteren Sinne ansehen. Es ist daher ganz gut denkbar, dass die Sofrim die grossen Verse, bei denen jeder Halbvers einem geschlossenen Gedanken Ausdruck gibt, — היבא דסליק עניינא heisst 6י bei den Decisoren, — als Doppelverse gezählt haben und dass auf diese Weise die Zahl 8888 herausgekommen ist. Dabei ist es gar nicht notwendig anzunehmen, dass sie die massoretische Abteilung der Verse nicht gekannt hätten; nur gab es neben dieser auch noch Abteilungen innerhalb der Verse, die als kleine פסוקים ebenfalls gezählt wurden, und hier galt es ja, die Merkwürdigkeit hervorzuheben, dass Tausender, Hunderter, Zehner und Einer die Zahl acht aufweisen und dass die Differenz zwischen Thora und Kethubim wieder acht beträgt. Dass die Pause mitten im Vers ebenfalls פסוק genannt wird, kann nicht befremden, da ja die Abteilungen der Tonzeichen in Megilla 8a פסקי העמיס genannt werden. Ausnahmsweise mag auch einmal beim זקף קטן eine Versabteilung vorgenommen worden sein, sodassein Vers in drei kleine Verse zerlegt wurde, wie dies in unserer Talmudstelle an einem Beispiel gezeigt wird. Diese neben der Haupteinteilung einhergehende Unterabteilung der Verse war in Babylonien nicht mehr bekannt, und darauf beziehen sich die Worte des Talmuds בפסוקי נמי לא בקיאינן. Möglich ist es auch, dass diese Zweiteilung der Verse zu einem praktischen Zwecke eingeführt wurde, um den Unterricht der Jugend in der Thora zu erleichtern, indem man das Verbot בל פסוקא דלא פסלןה משה ונד blos auf die Halbverse beschränkte und in Notfällen erlaubte, bei grösseren Versen in der Mitte zu unterbrechen. Aelmliches wird Megilla 22a mitgeteilt, vergleiche dazu: התם סופר אדה יי. Innerhalb dieser Unterabteilung bildet nun והתגלה die Mitte der Thoraverse, weil der grössere Teil des Zuwachses an Versen der zweiten Hälfte der Thora zufällt. Es ist auch denkbar, dass man in alter Zeit für die ganzen Verse einen andern Namen, etwa מקרא, hatte, sodass der Ausdruck פסוק nur auf die Halbverse angewendet wurde. 10. Wir finden nämlich in Megilla 22a, dass das Prinzip כל פסוקא דלא פסקי משד. וכד zu Gunsten des Jugendunterrichtesund nach Mar Samuel sogar im Bedarfsfälle bei der Vorlesung der j^hrbwcbiJ.iL. g, yj, ö