Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 91)
- Language
- German
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63 7. Wie erklärt sich mm eine solche, auf mehr als die Hälfte sich belaufende Vermehrung der Verse gegen die bei uns übliche Einteilung? Sollen wir uns mit der in denßesponsen der Geonim1) gegebenen Erklärung begnügen, wo es heisst: ברייתא הדא בספרים ״ .באותו ס״ת שמצאו בירושלים שהיה משונה בבתב ובמנין פסורןםDie Angaben dieser Baraitha beziehen sich auf ein Thoraexemplar, welches in Jerusalem gefunden wurde und welches in Schrift und Zahl der Verse ganz verschieden von den maserigen war“? Trotz des unstreitig hohen Alters unserer Baraitha können wir uns mit dieser Antwort nicht befriedigt erklären. Denn erstens setzt diese Antwort voraus, dass die Abteilung der Verse in dem betreffenden Thoraexemplar in sichtbarer Weise, durch räumliche Trennung, zu Tage trat, was in alter Zeit schwerlich der Fall war, denn es fehlt darüber jedweder positive Anhaltspunkt. Und dann werden solche statistisch genaue Angaben nicht auf Grund eines einzelnen Exemplars aufgestellt. Es wäre auch nicht denkbar, dass der talmudische Grundsatz כל פסוקא דלא פסקיה משה אנן לא פסקען zu allgemeiner Geltung gelangt wäre, wenn eine solche Unsicherheit in der Abteilung der Verse in talmudischer Zeit Platz gegriffen hätte. Die talmudische Notiz daselbst in Kidduschin, dass der Vers 2. B. M. 19,8 in Palästina in drei Verse zerlegt wurde, kann nicht als Beweis angeführt werden, denn auch diese Nachricht bedarf aus den angeführten Gründen der Erklärung. Wenn gewöhnlich die vermehrte Verseinteilung darauf zurückgeführt wird, dass man in Palästina die Verlesung der Thora nur alle drei Jahre beendete, so ist das eine ganz ungenügende Erklärung. Ueberhaupt scheint die obige Nachricht, die ß. Acha nach Babylonien gebracht, ein ganz vereinzeltes Beispiel zu sein, denn sonst hätte er, anstatt ein spezieiles Beispiel zu wählen, die allgemeine Angabe gemacht, dass die Einteilung der Palästinenser mit der maserigen nicht übereinstimmt. 8. Wir müssen uns zunächst klar machen, was der Talmud unter פסוק versteht. Darin sind so ziemlich alle namhaften Forscher einig, dass die Interpunktions- und Tonzeichen zur Zeit des Talmuds nicht existiert haben. Wir können dafür ein argumentum e silentio anführen, das nicht zu erschüttern ist. Die Tatsache, dass keines derselben klar und unzweideutig in dem weitausgedehnten und unfangreichen talmudischen Schrifttum erwähnt wird. ף Ausgabe der ״Mekfee Nirdamim“, lir. 3.