Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2139-3488945- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 der Worte und der Vers והתגלה (das. 13, 33) die Mitte der Verse. Die beiden ersten Angaben stimmen mit unserer Massora überein, diese macht wenigstens keine gegenteilige Bemerkung, sie stehen auch unwidersprochen in unseren Bibelausgaben. Das darf wohl als Beweis gelten, wie genau diese Ergebnisse soferischer Tätigkeit waren. Umsomehr müssen wir es auffallend finden, dass die Massora in Bezug auf die dritte Angabe in sehr bedeutendem Masse differiert; denn nach ihr bildet Leviticus 8, 7 die Mitte der Thoraverse. Das ist schon R. Jesaja Berlin, Kidduschin a. a. 0., und Norzi in seinem מנחת שי zur Stelle unbegreiflich gewesen und letzterer bemerkt dabei: תשבי 'תרץ. Die Schwierigkeit wird noch komplizierter durch den Hinweis auf den Grundsatz כל פסוקא דלא פסלן׳ משה וכד, dass man die Verse nur an der überlieferten Stelle abteilen dürfe. Wollen wir uns nicht mit Norzi auf das Erscheinen des Propheten Elijahu vertrösten lassen, so bietet sich uns folgender Weg, um diese Schwierigkeit zu erklären. 5. Erwägen wir, dass auch unsere Baraitha eine פלימת סופרים, ein Rest der sicherlich sehr umfangreichen Tätigkeit der Sofrim auf massoretischem Gebiete ist, so müssen wir in ihr den Schlüssel zur Lösung dieser Schwierigkeit finden. Nach der Lesart unserer Ausgaben, dass die Thora 5888 Verse, also nur um 43 mehr als die Massora angibt, enthält, lässt sich eine solche Ver- Schiebung des Mittelpunktes um 160 Verse — denn soviel beträgt die Differenz — nicht erklären, umsoweniger wenn man die Genauigkeit der beiden anderen Angaben in Betracht zieht. Nehmen wir jedoch die andere Lesart von 8888 Versen zu Hilfe, so erklärt sich diese Verschiebung sehr einfach aus dem Umstande, dass ein grosser Teil der vermehrten Versabschnitte sicherlich dem fünften Buche der Thora, welches viele umfangreiche Verse enthält, zu gute gekommen ist. Infolgedessen musste sich der Mittelpunkt mehr nach der Mitte des dritten Buches verschieben. 6. Hier ist auch der Platz zu bemerken, dass die bekannte Münchener Talmudhandschrift aus dem Jahre 1343, deren Lesarten dem grossangelegten Werke des seligen Rab binovicz, דקדוקי סופרים, zu gründe liegen, ebenfalls die ausdrückliche Lesart שמנת אלפים וכר hat. Diese Handschrift zeichnet sich bekanntlich durch äusserst korrekte und wertvolle Lesarten aus. Auch die erste Venezianer Ausgabe hat אלפים וכד U