Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 89

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 89)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486277--2138-3488944
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

61 Wir dürfen jedoch nicht verschweigen, dass עין ״עקב z. St., Norzi zu Leviticus 8, 7 und ein ungenannter Glossator zu Beraehoth 7 a die Lesart שמנת אלפים וכר hatten; die Thora hätte demnach 8888 Verse. Das wäre eine gewaltige Vermehrung gegenüber der massoretischen Angabe, eine Vermehrung um mehr als die Hälfte. Man könnte nun leicht geneigt sein, eine solche scheinbar übertriebene Angabe als das Produkt eines Schreiberfehlers anzusehen, da eine Verwechslung von ת und ח gar so leicht möglich ist und andererseits unsere Talmudausgaben ihr entgegenstehen. Die Sache bedarf jedoch einer näheren Prüfung. 2. Straschun in seinen Noten zum Talmud will den Beweis erbringen, dass auch Tossaplioth Jeschanim die L. A. שמנה statt המשה hatten. Tossaphoth Jeschanim bemerken nämlich zu unserer Stelle, dass der Psalter, selbst wenn man ihn in kleine Verse von drei Wörtern zerlegen wollte, noch nicht so viel Verse wie die Thora hätte. Der Verfasser eines Werkes מבשר טוב hat diese Aeusserung gar zu buchstäblich genommen und findet sie unbegreiflich, weil nach vorgenommener Zählung der Psalter mehr als dreimal so viel Worte als die Thora Verse enthält. Darauf gründet Straschun seinen Beweis, dass die Tossaphoth die Lesart שמנת gehabt haben, denn dann wäre ihre Behauptung gerettet. 3. Diese ganze Beweisführung scheint mir unzulässig. Wenn Tossaphoth sagen, dass der Psalter selbst dann nicht so viel Verse wie die Thora hätte, wenn drei Wörter einen Vers ausmachen würden, so kann sich das doch nur auf solche Wörtergruppen beziehen, bei denen eine Versabteilung möglich ist. למה רנשו נדם könnte unter Umständen einen Vers bilden, dagegen kann אשרי האיש אשד oder ה, מה רבו unmöglich einen Vers ausmachen. Damit aber fällt die Frage in nichts zusammen und es lässt sich hieraus kein Beweis erbringen, dass den Tossaphoth eine andere Lesart als die unserige vorlag. 4. Ich glaube jedoch aus dem Talmud selbst den Beweis führen zu können, dass die Lesart שמנת die ursprüngliche war, und dieser Beweis erscheint mir ausschlaggebend. Unmittelbar vor unserer Baraitha in Kidduschin werden einige massoretische Notizen namens der alten Sofrim mitgeteilt Das דיו תחון (Leviticus 11,42), heisst es dort, bildet die Mitte der Buchstaben in der Thora; das דיש דרש (das. 10,16) die Mitte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.