Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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hier um soviel Verse mehr angibt als sie dort weniger angegeben hat, und beide Differenzen erklären sich ganz ohne Schwierigkeit aus der verschiedenen Abteilung einzelner Verse. Und als Nebenresultat aus unserer Erklärung würde sich ergeben, dass auch schon in alter Zeit der Psalter die Reihenfolge der כתובים eröffnete1). 9. Sind wir einmal auf diesem Wege dem Verständnis unserer Stelle nähergerückt, so können wir auch ohne die Correktur des Gaon R. Elia zu einem befriedigenden Resultat gelangen, wie folgende Erwägung zeigt. Die Gesamtsumme der Kethubim, mit Einschluss von Daniel und ohne die Chronik, beträgt nach der Massora 6302 Verse. Nach unserer Stelle würde sie gemäss der oben gegebenen Erklärung, dass תחלים für כתובים steht, nur 5888 5896 8־1־ betragen; das ergäbe ein Minus von 406 Versen. Ein solches, bei einer Summe von beinahe 6000 Versen verhältnismässig geringes Minus kann man getrost zugeben, ohne es auffallend zu finden, wenn man bedenkt, dass in der Pessikta Kap. 14, Midrasch Koheleth Kap. 104 und Jalkut Könige § 178 die Zahl der Verse in den Sprüchen Salomos auf nahe an 800 angegeben wird, während unsere Massora deren 915 zählt. Wenn schon in diesem einen Buche der Kethubim eine Differenz von über 190 Versen in der Zählung vorhanden ist, so darf es nicht Wunder nehmen; wenn sich in allen Kethubim zusammen, worunter auch Hiob mit der grossen Zahl kleiner Verse, eine Differenz von 400 Versen zeigt. Wir können daher den Text unserer Baraitha ganz unangefochten lassen und haben nur die geringfügige Emendation vorzunehmen, dass das erste שמנה zu streichen ist. Die Entstehung dieses Fehlers können wir uns ganz einfach erklären. Zuerst war am Ende der Zeile ein ח als Custode für das folgende חסד gestanden — ein solches steht auch noch im עין יעקב —, der nachfolgende Abschreiber, der die Stelle, wegen des für ihn sonderbaren, nach unserer obigen Erklärung aber nicht mehr auffälligen Ausdruckes תהליס statt כתובים, nicht verstanden hat, machte daraus ein selbständiges Zahl- Zeichen und nahm es in den Text auf, woraus dann unser שמנה entstanden ist. XII. 1. Obige Erörterung hat die Lesart unserer Talmudausgaben, die alle die Verse der Thora mit 5888 angeben, zur Grundlage. ל Vgl. dagegen die Reihenfolge in Baba Bathra 14 b.