Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
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50 Samuel Aboab erklärt, er sei schwer krauk und sehe keine Aussicht auf Genesung; er wolle daher nach Amsterdam ziehen und bitte um Zuschuss zu den Reisekosten. Da das bisher ihm gezahlte Salär in Wegfall kommt, werden ihm 300 Mark bewilligt; er muss sich aber verpflichten, sich nicht wieder hier niederzulassen. Dem Mosseh Mercado, dessen Frau und Kinder sich in Gefangenscbaft befinden, werden 6 Reichstaler bewilligt. Am ll.Nisan ersuchen die Eubissim und andere Angestellte (ministros) der Gemeinde um einen Zuschlag zu ihrem Gehalt, weil dieses Jahr ein solches von 13 Monaten sei. Dieses Gesuch wurde als unbillig (inicuo) zurftckgewiesen. Am 10 Homer (עומר) wurde seitens der aus Safette (Safet) hierher gekommenen Hahamim auf die in jener heiligen Stadt berschende grosse Not hingewiesen. Mit Kücksicht auf die arge Bedrängnis (aperto), in der unsere dortigen Brüder sich befinden, wurde beschlossen, 200 Ducaten Banco zu diesem Zwecke nach Venedig zu remittieren, einschliesslich des Ertrages aus den Sammelbüchsen für terra Santa bis Ende vorigen Jahres. Den HH. selber wird ein Eeisegeld von 10 Eeichstalern gewährt. Am 20. Homer wurden der Ester Sobrinha, Frau des Semuel Sobrinho, auf ihr schriftliches Gesuch 4 Eeichstaler bewilligt. Am 39. Homer 5415 wurde angefragt, ob es jedem, der auf hiesigem Gebiete wohnt, gestattet sei, in seinem Hause und auf seine Kosten eine Jesivä zu halten. Nach Beratung mit dem früheren Vorstande beschlossen: Es soll dieses jedem freistehen, wenn er selbst die Kosten trägt. Bedenken hiergegen liegen nicht vor, solches sei im Gegenteil sehr geeignet, den Gottesdienst und das Studium der Heiligen Lehre zu fördern. Am 45. Homer behandelte man das mündliche Gesuch des H. David Cohem um Gehaltszulage. Beschlossen, mit Kücksicht auf die derzeitigen Verhältnisse der Gemeinde, welche keine Erhöbung des Etats gestatten, dieses Gesuch abzulehnen. Es werden alle aufgefordert, ihren Kückstand für die Unterstützung der Tudescos im Laufe der Woche den Verwaltern dieses Liebeswerks zu zahlen. Die Kenitenten sollen den Satzungen gemäss gezwungen werden.