Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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34 Jahren von neuem Verwendung zu finden; es soll niemand dieselben behalten dürfen. Die 3 Gabaym werden angewiesen, der Frau des David Jezurun, welche in der Badeanstalt an der Herrlichkeit die Aufsicht führt, seitens des Vorstandes mitzuteilen, ihr Sohn dürfe von 10 Uhr vormittags an die Badeanstalt nicht betreten, andernfalls werde man sie unwiderruflich aus der Stellung entlassen und ihr auch ihre Unterstützung entziehen. 28. desselben. Es soll von den Kanzeln bekannt gemacht werdeu, dass bis zum kommenden Freitag, dem 3. Hesvan, der ganze vom vorigen Jahre rückständige Beitrag an Sedacä auf alle Fälle bezahlt sein müsse. Die Säumigen dürfen nicht in die Synagoge oder in die Midrasim zum Gottesdient kommen. Auch wird es den Verwaltern (governadores) dieser Midrasim zur Gewissenssache gemacht, bei Strafe der Berachä, nicht zu gestatten, dass man mit Leuten zusammen betet, welche nicht bezahlt haben. Solches sei zur guten Verwaltung der Nation erforderlich. Am 5. Hesvan. Den Tudesquos1) wird die Hausbettelei verboten. Dagegen sollen alle Mitglieder der Generalgemeinde Zusammenkommen und darauf!angewiesen werden, wie wichtig es ist, den bisherigen Usus beizubehalten, welcher darin besteht, dass jeder wöchentlich nach seinen Kräften zur Unterstützung jener Armen beisteuert. Ein gleiches ist einigen anderen Ältesten (velhos) der Midrasim mitzuteilen. Ferner wird bestimmt, an dem Sabbath, an welchem Mossd Israel an der Beihe ist zu predigen, soll er die Predigt halten, auch wenn eine Surä (eine Festlichkeit) stattfindet; findet aber an den dazwischen liegenden Sabbathen eine solche Surä statt, können die Baa^ Berit predigen lassen, wen sie wollen, wofern 1) Tudescos. Dieses Wort ist jetzt veraltet und kommt nur noch im höheren Styl vor. ״Sala dos tudescos” nannte man ehemals im königliehen Schloss zu Lissabon den Raum, in welchem die aus Deutschen bestehende Schlosswache untergebracht war. Wie sich nun so mancher andere Ausdruck aus vergangenen Zeiten bei uns erhalten hat, so werden unsere Glaubensgenossen, die א^גזיס, noch heutigentags vielfach als ״tudescos“ bezeichnet.