Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2092-3488898- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
15 sollen der derzeitig fungierende Vorstand und der vorhergehende die Ursachen prüfen, welche vermeintlich zu einer Neuerung Veranlassung geben, und, falls sie solche Gründe für genügend erachten, eine Gemeindeversammlung berufen und hat jedes Familienhaupt in der Weise, wie es bei dieser Gelegenheit geschehen, seine Stimme abzugeben. Finden sich nun nicht drei Viertel der Meinungen für die Veränderung, so soll keine solche vorgenommen werden. Ein gleiches Verfahren soll stattfindem wenn an die Midracim gerührt wird (wenn die Midracim zur Erörterung stehen), ausgenommen im Falle des Ungehorsams, wie in dem Statut (escamä) vorgesehen ist. 14. Falls jetzt oder zu irgend einer Zeit in der Auslegung irgendwelcher Satzung, der (jetzigen) oder der in Zukunft zu errichtenden, Zweifel entstehen, soll es uns resp. unseren Nachfolgern zustehen, derartige Zweifel aufzuklären. Wir verfügen nunmehr, dass diese (Statuten) veröffentlicht werden und soll demnächst mit denjenigen ein Gleiches geschehen, welche noch ferner zur Leitung der Nation sowie zur Verwaltung der Talmud Tora (Religionsschule) und der Hebrä de Biqur Cholim (Verein für Krankenpflege) erforderlich sind, alles zur grösseren Ehre des Gebenedeiten Gottes und Seines Dienstes und zum Bestände des Gemeinwohls. Verhandlungen des auf Grundder neuen Verfassung vom Jahre 5412 gewählten Vorsteher-Collegiums vom 10. Elui 5412 bis Ende 5415. Anno 5412. Am 10. Elul versammelte sich das Collegium der Sieben. Es wurde verfügt, dem Jaacob Zuzarte 6 Reichstaler an Reise- Unterstützung zu gewähren. Am 11. desselben fand eine Versammlung statt, in welcher wegen Errichtung der Talmud Tora verhandelt wurde. Als Roby*) für den ersten Unterricht in Älef-Bet bis zum Beginne der Perassa erwählte man Mosö Atias, welchem ein Salär von crffc 200 gezahlt werden soll. In derselben Versammlung wurde ferner Abraham Meatob zum Roby ernannt, um die Knaben 0 Roby lautet noch heutzutage die Bezeichnung für einen Jugendlehrer. Levita in seinem אליהו ד,תשבי bezeichnet die Aussprache Robi als bei den deutschen Juden üblich und hält sie nicht für richtig. Auch die sonderbare Pluralform Rubisim ist noch üblich.