Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 438)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486279--2931-3488851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
378 dahingestellt bleiben. Der Umstand, dass die meisten, von denen hier die Bede ist, auf Eeisen sich befanden, spricht immerhin nicht dafür. Bewunderungswürdig bleibt aber der Bekennermut dieser Männer und Frauen inmitten einer ihnen feindlichen Umgebung. Kempen. Louis Lewin. Die Papyri von Assuan als älteste Quelle einer Halacha. Eine in den Responsen oft behandelte Frage ist, ob zur Durchführung eines סידור הגט ein dreigliedriges Richterkollegium erforderlich ist. Sie wird besonders eingehend in den Responsen- Sammlungen חתם סופר und נודע ביהודה, später in der Broschüre דלתים ובריח von R. Gottlieb Fischer זצ״ל erörtert, die die Frage bejahen. Als älteste Quelle hierfür wurde schon von R. Jonathan Eibenschütz das Targum Jonathan zu Deuteron. 24, 1 angegeben (Tumim zu Choschen Mischpat § 9, 2); dieses giebt nämlich den Schriftvers וכתב לה ספר כריתות mit ויכתוב לה ספר תירוכין קדם בי דינא wieder. Wir können jetzt auf eine weit ältere Quelle verweisen, auf die von 440 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung datierte Kethuba der Miphtachja im Papyrus Assuan, Papyrus G Zeile 26. Dieser Ehevertrag hat einen Passus: מחר או יום אחרן יקום אסחר בעדה ויאמר שנאת לאנתתי. Das Wort בעדה hat schon Schürer (S. Theolog. Literaturzeit. 1907 Nr. 3) irregeführt, der es mit ״Gesamtgemeinde* übersetzt-, es ist der hebräische Ausdruck für Gerichtshofj wie inNum. 35, 12, 24, 25 (ושפטו העדה), also das בי דינא des Targum Jonathan. Nebenbei sei bemerkt, dass die zwei Stellen, die aus dem babylonischen Talmud Baba bathra 174 b und Erachin 23 a von der Gegenseite, insbesondere vonAsulaj, dem berühmten Verfasser des Birke Josef, in seinen Scholien zum En Jakob, nannten Schrift Samters sind zwei bei Wiener, Bibliotheca Friedlandiana Nr. 2586, 2587, 2591 genannte Amsterdamer nachzutragen, von denen einer aus Nikolsburg stammte. Hierzu vgl. noch den Schluss von כפתור ופרה, Amsterdam 1709, und יוסף pn, Amsterdam 1730, ברית יצחק, Dyhernfurth 1774, Titelbiatt, Vorwort, Kletke, Organisation des Juden-Wesens im Grossherzogtum Posen, Berlin 1843, S. 155, 159, Kaufmann, Ges. Sehr., Frankf. a. M. 1910, S- 316 Anm. 1.