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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 435

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 435)
Language
German
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375 blende das ganze Haus zu salviren, immassen noch ein und anderer statt Dukaten eine Kugel dargegen hinauf in die Hand oder gar in Kopf bekam. Und werden ihrer in allem bei dieser Zerstörung und Ver- Wüstung gezählet 10 Todte alte Leute, ein halbjähriges Kind ertreten und 120 Personen blessieret, wiewohlen sie in allen den Schaden höher, und die Zahl deren Todten und Verwundeten ansetzen, auch sich nach der Zeit mit ziemblichen Lumpen angetan hervormachen, unter welchen sie doch genügsame pretiose Waren herumtragen, so ihnen in verborgenen Orten übrig geblieben, unerachtet sie auch denen Ungarischen Offizieren, womit nur die Unruhe gestiftet worden, ein NB. gelbes vor die Augen machen müssen, und dieses wohl recht, weil auch von denen Preussen sonst Niemand, als die Juden, obwohl nicht übrig viel prosperiret.“ Prag. S. H. Lieben. Jüdische Proselyten in Grosspolen. Der jüdische Proselyt hatte in Polen die Todesstrafe zu gewärtigen 1). In zwei Fällen ist bekannt geworden, dass sie auch vollzogen wurde. Am 19. August 1539 musste Frau Katharina Malcher in Krakau den Scheiterhaufen besteigen, und am 24. Mai 1749 ereilte den Grafen Valentin Potocki dasselbe Geschick in Wilna. Sie mochten von ihrem neuen Glauben nicht lassen 2). Doch auch Fälle von Duldung kamen vor. Zur Zeit Kasimirs IV. durfte Johannes Morschtin in Krakau, dessen Ehefrau eine Jüdin war, seine Töchter im jüdischen Glauben erziehen 3), um 1504 wird berichtet, dass viele übergetretene Polen offen ihr Judentum bekennen durften, und Reussen wird gewissermassen als ihr Eldorado genannt4). l) Oelsner, R Sabbathai Bassista und sein Prozess, Leipzig!858, S. 30. *) Israelit 1906, Nr. 44 S. 4 nach |acob Caro, Vorträge und Essays, Gotha 1906, Teil ״polnische Juden“; Sternberg, Geschichte der Juden in Polen, Leipzig 1878, S. 56, ]ewish Encyclopedia X 147. *) Lauterbach, Pohlnische Chronicka, Frankfurt und Leipzig 1727, S. 342 und Sternberg a. a. O. S. 106 nach Diugosz, Hist. Pol. S. 475. 4) Viktor von Karben und Pfefferkorn bei Grätz X 68, Anthonius Margaritha, der gantz Jüdisch glaub, Augsburg 1530, beiSamter, Judenthum und Proselytimuss, Breslau 1897, S. 31.

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