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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 434

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 434)
Language
German
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374 termischten Christen Häusern gerne gesteuert hätte, so war doch Niemand, der die Populace und Soldaten hievon hätte abhalten können. Welche Gelegenheit sich auch die unter der Frei-Kompagnie dienende ehemalige Preussen wohl wussten zu Nutzte machen, da sie hingegen auch vorhin sich in der Gefahr merklich distinguiret haben, als es bei der blauen Weintrauben bleierne Weinperlen geregnet, davon man den roten Saft in manchen Orten wargenommen, so einem gefärlichen Spass nicht ungleich schien. Und mussten nun die Juden zum Beschluss statt des Postskripti mit in Kehraus verfallen, da ihre bisherige kurze Freude sich in Winkel verkriechen musste. Das Elend aus dieser 22 Stunden lang dauernden Plünderung entstanden, war dessen auch nicht eine geringe Zeugnuss, da bei ihnen weder Kleider den Leib, oder Doches vollkommen zu bedecken, weder Brod den Magen zu befriedigen, noch auch andere Notwendigkeiten übrig geblieben zu sein schienen, auch sich dieselben bei 8 Tage lang heraus zu gehen nicht geträneten; wohl aber vermaskirte Juden in allen Gassen zu sehen waren, da nämlich die Soldaten mit Schabesdeekeln, Judenmänteln und anderen jüdischen Kleidern angetan erschienen־, die Melzer hingegen mit aufhabenden Preussischen Grenadierhauben das Bier zu führen pflegten. Ob nun schon die Nacht hindurch ziemlich ruhig passierte, so wäre doch und desto mehrer die Judenstadt beunruhigt mit kontinuirlicher Plünderung, welches die Juden auch vorgesehen und geforchten, weilen sie von der geistlichen Obrigkeit in voraus schriftlichen suplicando verlanget, womit an sankt Katarina-Fest von allen und jeden Kanzeln das Volk publiziret wurde, dass sich Jedermann von dem Pöbel nach dem Preussischen Abzug still und ruhiglich besonders gegen die Judenschaft aufführen, und die Liebe des Nächsten nicht hindern setzen möchte, so aber zu publiziren nicht tunlich befunden worden, und hätte das Politicum in dieser Sache besseren Nachdruck erwecken können, wenn es endlich den Tifcul als Juden-Patron nicht ohne Verdacht, dass es von ihnen bestochen worden, hätte verdeihen können. Es war nun schon aber vergebens das über sie gemünzte Unglück zu verhindern. Wer viel eingebrockt, hat auch vieles aufzuessen. Und half es die alten Vögel nichts mit gefüllten Gold-Beuteln denen Plünderern aus denen Fenstern zuzurufen, und mit einer dergleichen Augen-

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