Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 427)
- Language
- German
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Miscellen. Zur Neumondfeier im alten Israel. Im V. Bande dieses Jahrbuchs S. 871 ff. »ahm ich Bezug auf die dunkle Stelle im 1. Makkabäerbuche I 58 T0tg *votgxope» voig iv navTi jirjvt iv rmg noXtoiv und tat dar, dass die Erklärung Ehrentreus, der darunter im Anschluss an Megillath Antiochus das r^a-Verbot der Frauen, die von den Dörfern in die Städte kamen, verstehen wollte, unmöglich sei. Ich erklärte die Stelle unter Hinweis auf Doroth-Harischonim Ic S. 324-882 durch die von Halevy entdeckte Tatsache, dass es in Israel von der Zeit des ersten Tempels her Brauch war, sich an den Neumonden in den Städten zu versammeln, um sich dort an dem Tage, an welchem man sich des Mussaphopfers wegen von öffentlicher Arbeit fernhielt, dem Studium des Gottesgesetzes hinzugeben. Das Verbot dieser Lehrversammlungen sei an der betreffenden Stelle des Makkabäerbuches ausgedrückt. In seinem geistvollen Artikel ״Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud“ (Jahrbuch VI, S. 97), glaubt nun Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu diese meine Erklärung zurückweisen zu müssen. Wir wollen seine Einwände der Reihe nach durchgehen und sehen, ob sie stichhaltig sind. Zuerst meint E., es sei undenkbar, dass man in der Zeit der Verfolgungen an die Abhaltung von Lehrvorträgen gedacht haben könne. ״Wo die Tyrannei mit solcher Grausamkeit wütete und wo noch dazu *der Feind im Innern sass und die Verräter im eigenen Lager dem ״Tyrannen Handlangerdienste leisteten, da konnte man an das Veran- ״stalten von Lehrversammlungen gar nicht denken. Anders war es ״zur Zeit der hadrianischen Verfolgungen, als R. Akiba es wagte, dem *Befehl des Tyrannen zu trotzen und Lehrversammlungen zu ver-;,anstalten, denn damals hätte das jüdische Volk keine Hellenisten, ״keine Verräter in seiner Mitte.“