Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 423)
- Language
- German
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- Rashi 2× ep/2781487
- Helbo 1× ep/1004843
- Rashbam 1× ep/1002820
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363 im Grunde genommen, seiner nicht zum Verständnis des Textes An dieser seiner Auffassung hält er fest auch gegenüber den Angriffen der sogenannten בעלי אגדה ותלמוד, also derjenigen, für die lediglich die in den Midraschim und im Talmud sich findenden agadischen Aussprüche massgebend sind1). Wir entnehmen daraus, dass zur Zeit Karas es wahrscheinlich direkt zwei einander gegenüberstehende Schulen gegeben hat, die in ihrer Auffassung des Schriftwortes diametral auseinandergingen; als das Haupt der einen galt damals wohl Raschi, bis auch dieser der besonders durch seinen Enkel, R. Samuel ben Meir, vertretenen Richtung des ausgesprochenen P’schat in seiner bewundernswerten Wahrheitsliebe die volle Anerkennung zollte2). Der vorliegende Commentar zeigt uns auch die bereits an der Hand desselben von uns besprochene Selbständigkeit Karas gegenüber Raschi 3 4), auf die übrigens auch schon Brüll äufmerksam gemacht hat 4), und die Art und Weise, wie der eine die Arbeiten des anderen benutzt hat. Es sei ferner darauf hingewiesen, dass Kara sich mehrfach auf Menachem b. Chelbo beruft, der ja sein direkter Lehrer war, wie es aus der Bemerkung zu 13, 21 hervorgeht, und auf den sich wohl auch die Aeusserung ™ 10,12 ואני למדתי bezieht. Recht instructiv ist der Samuelcommentar auch für die von Kara ängewendeten Erklärungsregeln, durch deren ebenso vielseitige wie strikte Anwendung er sehr über Raschi herausragt. Er zeigt sich hierin als Methodiker, der scharf in den Sinn des Bibelwortes eindringt. Man könnte, wenn man diese Art der Exegese Karas der Raschis gegenüberstellt, versucht sein, jene mit der Talmudauslegung der ja auch schon in Raschis Zeit hineinreichenden Tosafisten zu vergleichen5). So wie sie betrachtet auch Kara die heilige Schrift als ein organisches Ganzes, das von einem bestimmten Geiste belebt und darum auch als von bestimmten, sich wiederholenden Regeln geleitet zu betrach- 1) Vgl. hebr. Abt. S. 4, Z. 25 fg. 2) Vgl. Samuel b. Meir Comm. zu Gen. 37, 2. 3) vgl. Jahrb. IV, S. 254-255. 4) Jahrbücher für jüd. Geschichte u. Lit VII, S. 171 fgg. 5) Vgl. zu diesen Ausführungen: Buchholz-Müller, Die Tosafisten als Methodologen, Monatsschr. 1894, S. 344—345.