Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 422)
- Language
- German
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Joseph Karas Gommentar zum I. Buch Samuel. Von * Rabbiner Dr. SEppenstein in Briesen*). Mit der gegenwärtigen Edition soll ein weiterer Beitrag zur Würdigung des wohl ״viel erhobenen, aber noch wenig gelesenen“ Exegeten gegeben werden. An der Echtheit des Kornmentars kann, nach den in ihm sich findenden Berührungen mit dem Commentar zum Richterbuch *) wie nach der Uebereinstimmung mit der nachweislich von Joseph Kara herrührenden Glosse zu Raschis PentateuchrCommentar 2) kein Zweifel gehegt werden. Was den Charakter des Commentars betrifft, so begegnen wir in ihm, wie wohl in fast keiner der anderen Bibelerklärungen Karas, der ausdrücklichen Hervorhebung seiner Abneigung gegen gewisse dem P’schat widersprechende agadische Erklärangen. Nachdem wir uns bereits in unserer ausführlichen Dar- Stellung von Karas Exegese über seinen Standpunkt gegenüber der Agada geäussert 3), glauben wir noch folgendes bemerken zu müssen: Kara betrachtet, im Anschluss an Raschi, als erstes Erfordernis einer richtigen Schriftauslegung das, was jener in seiner knappen und doch vielsagenden Ausdrucksweise in die klassischen Worte des Talmuds gefasst hat: אין מקרא יוצא מידי פשוטו; zuerst müsse man den P’schat wissen, daneben könne man dem Midrasch unserer Weisen sich auch hinneigen 4). Wenn dieser auch das Thorawort in gewisser Hinsicht erweitere 5), so bedürfe man doch, *) Vgl. hebräische Abteilung S. 1=38. 1) Vgl. z. B. denComm. zu 6, 6 (hebr. Abt. S. 12). 2) \fel. den Comm. zu 1,3 Ende und zu 1,17. 3) Vgl. Jahrbuch IV, S. 245-248. 4) Vgl. Comm. zu 1,17 S. 4 Afg. 5) Vgl. ebendort ומדרש הכמינו כדי להגדיל תזרד, ויאדיר . Ich glaube so diese An- Wendung von Jesaja 42, 21 besser wiedergeben zu können, als in Jahrb. IV S. 246: ״um die Grössse und Herrlichkeit der Thora zu zeigen* 1‘.