Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 419)
- Language
- German
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359 im Reiche des Geistes, einen Mehrer und Förderer unseres literarischen Besitzes dahingerafft: am 24. v. M. hat S a 10 m o n Joachim Halberstam in Bielitz im eben vollendeten achtundsechzigsten Lebensjahre das Zeitliche gesegnet. Was ich über den Heimgegangenen und seine Gelehrsamkeit vor nahezu zwei Jahrzehnten, im ״Magazin“ Jahrgang 1881, geschrieben, bedarf 2war heute, was seine Leistungen auf dem weitverzweigten .Gebiete der jüdischen Literatur betrifft, vielfacher Ergänzung — Halberstam’s Schriften, Abhandlungen und Bemerkungen nur einfach zu verzeichnen, würde ein ganzes Buch ausmachen — trifft aber im Kern noch gegenwärtig zu und sei deshalb wiedergegeben: ״Die Namens-Chiffre .שזהיר wird allen denen, die mit den ,literarischen Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Wissen- Schaft während der letzten beiden Jahrzehnte vertraut sind, nicht unbekannt geblieben sein. Sie enthält die Initialen der Namen שלמה זלמן חיים האלבערשטאם und gehört Herrn Salomon Joachim Halberstam in Bielitz an. Die Liebe, mit der dieser Gelehrte die jüdischen Studien neben seinem eigentlichen, dem kaufmänmischen, Berufe pflegt, und die Liberalität, mit der er bei jeder Gelegenheit die verschiedensten Spezialarbeiten fördert und sie aus seinem reichen Wissensschatze unterstützt, verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Seine lehrreichen Aufsätze in einigen deutschen Zeitschriften, wie seine Zusätze zu verschiedenen Werken werden immer als eine gediegene Quelle für Sicherstellung oder Berichtigung gewisser Einzelheiten bleiben. Womit er anderen bei ihren Arbeiten durch die Hergabe von Handschriften oder seltenen Druckwerken aus seiner Bibliothek bisher gedient hat, erkennt man in reichem Masse, wenn man die Schriften von Gelehrten, wie Steinschneider, Neubauer, Kobak, Jellinek, Güdemann, Rabbinowitsch, Buber u. m. a. kennen lernt. Halberstam wurde am 22. Adar 5592 in Krakau geboren, wo sein aus altberühmtem Geschlechte stammender Vater R. Jizchak als hervorragender Talmudgelehrter lebte. Dieser hielt den Sohn schon frühzeitig zum eifrigen Studium des ganzen biblischen Schrifttums an, und letzterer liess bereits damals die seltene Liebe ahnen, welche ihn für das Wissen und daher auch für die Bücher beseelte. Jedes neue Werk, das ihm