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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 408

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 408)
Language
German
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348 wiederlegen. Cs heisst bei Brüll: ,Wir müssen dagegen noch anführen, dass ein Gaon von Firuz Sapor, als welcher Isak dargestellt wird, nicht existirt hat, denn der Aufenthalt der Pumbedithaner daselbst war nur ein vorübergehender, wie denn selbst der dort angesiedelte Mari b. Dime wieder nach Pumbeditha zurückkehrte; Ein solche Stellung war daher nicht vorhanden. Wie aber dennoch Scherira hier zu diesem Namen kommt, das erklärt sich aus seiner Voreingenommenheit gegen Bostanai. Er erwähnt garnicht von dessen Auszeichnung, er will den Namen Bostanai nicht im Glanz bei der Nachwelt erhalten; die Tatsache will er aber doch zur Kenntnis bringen und dabei nicht gegen die historische Wahrheit, so weit sie ihm bekannt ist, verstossen. Das bewirkt er, indem er Mar Isak, der vielleicht damals Gegenexilarch war und wohl auch den Arabern sich freundlich erwies, nennt• Das Wort ״Gaon“ wird also zu streichen sein, weil Mar )izchak hier den Exilarchen aus dem Hause Nehilai und nicht ein Schulhaupt von Firuz-Sapor bezeichnet. Nit der Erhebung Bostanais, der von dem Chalifen als der alleinige Exilarch anerkannt wurde, hat das bisher bestandene Gegenexilarchat ein Ende.״ Derselbe R. fizchak, der Gegenexilarch Bostanais, kehrt bei Brüll mehrmals wieder. In dem Berichte des ״Seder Olam Sutta“ über den Resch- Gelutha Mar Sutra wird gleichfalls eines R. fizchak Erwähnung getan, der ריש מתיבתא und חבש des Resch-Gelutha gewesen und während der allgemeinen Verfolgungen von den Persern ermordet worden ist. Brüll meint nun, der Verfasser des S. O. S. hätte den späteren »Resch Gelutha״ in Firuz Sapor R. fizchak, 150 Jahre vor der Zeit, da er wirklich gelebt hat, gesetzt und den Chacham des Mar Sutra mit jenem R. fizchak verwechselt So werden die beiden Quellen, der ״Iggereth“ des R. Scherira und der 3. 0• S. von Brüll einfach ad absurdum zu führen versucht, ohne triftigen Grund, ohne einen stichhaltigen Beweis und ohne dass damit etwas gewonnen wäre. Der von Scherira erwähnte »Gaon״ R. fizchak sei kein Gaon gewesen, das Wort גאץ sei einfach zu streichen; der S. 0• S. macht wieder den Resch Gelutha Rfizchak zum דיש מתיבתא. Scherira tut des mutmasslichen Gegenexilarchen R. fizchak Erwähnung, der dem mohammedanisehen Herrscher Ali entgegengezogen, um nicht das neue Exilarchenhaus Bostanai erwähnen zu müssen. So wird dem einen Verfasser Unrichtigkeit, dem anderen Unehrlichkeit vorgeworfen. Einen Beweis sieht Brüll für seine Hypothese darin, das Scherira Bostanais und seines Hauses hier keine Erwäimung tut. Aus diesem »argumentum e silentio“ lässt sich aber, wie schon Halevy (III, 170) bemerkt nichts beweisen, da R. Scherira doch nicht Historiker gewesen ist, sondern sich in der Beantwortung der an ihn ergangenen Anfrage auf den Inhalt der Frage beschränkt hat Das richtige Eingehen auf die Geschichte jener Zeit, besonders der Schulen, die zur Zeit der Saburäer sich aufgelöst und deren Lehrer und Schüler anderwärts (Firuz- Sapor) eine Stätte für die Thora gesucht hatten, hätte zur richtigen Erkenntnis dessen geführt, dass es auch in Firuz-Sapor einen גאק mit dem

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