Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 407)
- Language
- German
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347 welche sie den Von ihnen geleiteten Schulen wie auch dem Talmud selber den Stempel ihrer Wirksamkeit aufgedrückt hatten, sich von den Amoräem unterschieden und zur Kennzeichnung ihrer Tätigkeit mit obigem Namen belegt worden sind, so hatte jetzt nach der endgültigen Redaktion des Talmuds diese Benennung keine Bedeutung mehr. So wurden denn die Häupter der Schulen in der Zeit nach den Saburäern, um sie von diesen zu unterscheiden, mit einer anderen Bezeichnung belegt. Diese Auffassung des Titels ״Gaon“ scheinen auch R. Nathan b. Jechiel Romi im Aruch, wie auch Maimonides in seiner Einleitung zu יד הזקה zu teilen. (Siehe noch Jewish Encyclopedia Vol. V. p. 567 s. t. ״Gaon“ von Bacher, wie auch Brülls fahrbuch II, 104 Anm). Es erübrigt nur noch festzustellen, wo und zu welcher Zeit dieser angeblich ״erste Gaon“, R. )izchak, die Stelle eines Oberhauptes innehatte. Dies lässt sich am besten dadurch bewerkstelligen, dass man auf die hier allein massgebenden Angaben R. Scheriras eingeht. Es heisst da: יאיליץ גאיבים דהוו במדינתא דילנא בפומבדיתא בתר אילין מילין בסון» מלבות פרסיים משגת תת״ק לשטרות מלך מר דב מרי זקינינו ברית דמר רב דימי סורגו ובית מדרשו נודע בפירוז שבור עד היום ונקרא בי רב מרי ובימיו מלך בסורא דב מר בד רב הובא בשנת תת״קב, ואחרי רב מארי סורגו מלך בנהרדעא מר רב היננאי מן בי גיהרא ובימיו יצא מחמד לעולם (שנת ארבעת אלפים ושע״ד ליצירה) ואמרי דהוי בסורא אותו העת רב חיננאי גאק ורב הנא באון פזמבדיתא זמר רב יצהק גאק והוא שהיה בפירוז שבור עת שבבשר, עלי בן אבוטלב ויצא מר רב יצחק מן פירוז שבור לקראתו והקביל־ פניו בסבר פנים יפות. Wir sehen R. Scherira hier drei Schulhäupter-Generationen aufstellen. Den Anfang macht R. Chanan aus Iskija, der von 589—609 als Gaon von Pumbeditha wirkte, während wir uns zu gleicher Zeit in Nehardea seinen späteren Nachfolger R. Mari b. Dime Sorgo zu denken haben. Die Schule zu Sura ist aber erst zu der Zeit eröffnet worden, als sich in Pumbeditha bereits der erste Gaonwechsel vollzog. Sodann kommen die drei Parallel* geonim der drei Schulen: Mar b. R. Huna in Sura, R. Mari b. Dime Sorgo in Pumbeditha und dessen Nachfolger in Nehardea R. Chanina aus Be-Gihara. Es folgt sodann die dritte Geonimgeneration in den Personen des R. Chinanai in Sura, R. Chana in Pumbeditha und R. ]izchak in Nehardea (Firuz Sapor). Wenn es bei dem dritten suranischen Gaon heisst ואמרי דהוי באותו העת רב היגנאי, so bezieht sich dies nicht auf R. Chanina aus Be-Gihara; die Angabe באותו העת bezieht sich vielmehr auf das unmittelbar vorherstehende ובימיו יצא מחמד לעולם: in seine Zeit fällt das siegreiche Auftreten Mohammeds, wie auch in die Zeit R. Chaninas aus Be-Gihara, der viel früher Schuloberhaupt von Nehardea ward, dessen Regierungszeit aber beinahe solange reichte wie die R. Chinanais, des Nachfolgers seines Parallelgaons zu Sura. So ist did Stelle in dem Sendschreiben R. Scheriras über die ersten Geonim zu verstehen. Zu erwähnen wäre noch die Stellungsnahme N. Brülls in seinem )ahrbuche ()ahrgang II, 112) zu dieser Scherira-Stelle. Wir ,führen die Quintessenz seiner diesbezüglichen Ausführungen im Wortlaut an, glauben aber; dass obige gegen Graetz angeführten Beweise auch diese Ansicht