Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 404)
- Language
- German
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344 Senen, sondern auch keinen Schein der Richtigkeit enthaltenden Hypothese. Sehen wir, was Gratz (Bd. V, Note 13) darüber schreibt: »Für den Aus״ gangspunkt des Gaonats gibt es keine Spur von Zeugnis, ja nicht einmal die eigentliche Bedeutung des Wortes גאח lässt sich ermitteln.4 ״So viel ist aber gewiss, dass es ein Ehrentitel sein soll. Man muss, um den historischen Anfang zu ermitteln,davon ausgehen, dass offiziell nur der Präsident der suranischen Hochschule diesen Titel führte, die Schwesterakademie in Pumbeditha dagegen, die überhaupt in vielen Punkten einen niederen Rang einnahm, nur ein Schulhaupt (,ריש מתיבתא ראש ישיבה), aber keinen Gaon an ihrer Spitze hatte. Dies bezeugt Natan der Babylonier aus eigener Anschauung.4 Er führt des Weiteren aus, dass dieser Vorrang Suras kein bloss äusserlicher gewesen, sondern auch einen realen Gehalt hatte. ״Ein solcher Titel, — fährt er fort, — verbunden mit solchen Privilegien, kann nur von aussen erteilt worden sein, sonst hätte sich die Schule von Pumbeditha, die Sura an Lehrkräften überlegen war, die Parität nicht nehmen lassen“. Wenn Scherira trotzdem den Vorrang Suras verschweigt oder gelegentlich die pumbedithanische Schule über die sura״ nische stellt, so glaubt Graetz hierin eine Parteinahme pro domo erblicken zu dürfen. Nun aber muss eine solche Behauptung auch bewiesen werden. Fin״ den wir doch nirgends in der Geschichte der babylonischen Juden, dass von irgendwelcher Seite, sei es von persischer oder von mohammedanischer, den Schulhäuptern eine solche Würde erteilt worden sei. Da holt sich Graetz die Beweise oder vielmehr die Vermutungen gegen Scherira von Scherira selber, ln dessen Sendschreiben heisst es nämlich, dass gelegentlich der Eroberung Firuz Säpors (Nehardea) durch Ali R. Jizchak ihm entgegen gegangen und gehuldigt und der Schwieger״ sohn Mohammeds ihn freundlich aufgenommen hätte (Die Vermutung Graetz*, dass der Text des Sendschreibens sogar auszusagen scheine, dass R. Jiz״ chak mit den Tausenden der Juden Firuz Sapors Ali die Eroberung der Stadt erleichtert hätte, ist völlig unbewiesen und soll wohl dazu dienen, die an״ gebliche Belehnung R. Jizchaks mit dem Gaonat seitens Alis plausibler zu machen). Sehen wir nun die weitere Beweisführung Graetz* an: ״Sollte Ali nicht diesem R. Jizchak für die Dienstleistung oder auch für die Hui״ digung — während der Schwiegersohn Mohammeds von Feinden umringt war — ein Privilegium erteilt haben.“ Dies ist der Hauptbeweis Graetz’, und auf Grund dieses »Sollte“ kann er es sich nicht versagen, Scheriras Dar״ Stellung im Iggereth als eine vom Interesse pro domo beeinflusste zu be״ zeichnen. ״Freilich schweigt Scherira darüber — schreibt Graetz, wie wenn er ihn auf frischer Tat ertappt hätte — und, wie es scheint, geflissentlich, weil dieser R. Jizchak ein Suraner war und Scherira nur die Methiwtha von Pumbeditha verherrlichen wollte.“ ,Das ist aus dem ganzen Verlaufe klar.4 Sehen wir uns den Verlauf an und wir werden den Grad der Klarheit ermessen können, deren sich obige Beweisführungen, die in Wirklichkeit