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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 401

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 401)
Language
German
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V 341 Sammlungen durch ihre Gelehrten vertreten gewesen sind, lag keine Veranlassung vor, die getroffenen Entscheidungen Schriftlieh ahzufassen. Es konnten daher für eine schriftliche Beantwortung nur jene Anfragen in Betracht kommen, die aus entfernten Gegenden gleichfalls schriftlich an das Gaonat gerichtet wurden. Nun steht aber der hier in Betracht kommende Zeitpunkt von 589—689 im Zeichen unaufhörlicher Kämpfe, die einen regen schriftlichen Verkehr nicht nur erschweren, sondern auch unmöglich machen mussten. Die ganze Zeit hindurch konnten die von Juden bewohnten Länder nicht zur Buhe kommen. Sie waren der Schauplatz ewiger Kämpfe, die auch mit der gänzlichen Auflösung des Perserreiches nicht aufhörten. Es waren erst die Kämpfe der Perser unter sich, sodann die des jungen, kraftvollen Islam gegen das alte, verdorrte, in sich selbst zerfallene Persien und zuletzt der Kampf der Mohammedaner untereinander, die alle die Länder heimsuchten. Diese unsicheren Zustände machten es geradezu unmöglich, sich in allen das jüdische Leben betreffenden Fragen an die damalige jüdischreligiöse Centralhehörde, an das Gaonat, zu wenden. Dazu kommt noch der Umstand, dass in dieser Periode die Juden Babyloniens verhältnismässig zusammen, in den Sprengeln des Exilarchats und der beiden Hochschulen, wohnten und sie daher in vielen Fälien ihre Angelegenheiten mündlich Vorbringen konnten. Erst später, mit der Ausbreitung des Islam nach dem Westen, zerstreuten sich die vielfach mit den Moslemen ziehenden Juden nach der nordafrikanischen Küste und nach Spanien hin, wo es bald grössere jüdische Gemeinwesen gab. Diese nordafrikanischen und spanischen Gemeinden waren es, die später den regen schriftliehen Verkehr mit den Schulen und ihren Leitern anbahnten, und aus dieser Zeit datieren die vielen Fragen und Entscheidungen die an das Gaonat und von demselben bin und hergingen, aus dieser Zeit auch das grosse Ansehen der Jesehiboth bei den Juden fast aller Länder. Der erste Gaon der wiederhergestellten Akademien, von welchem uns Entscheidungen überliefert wurden, ist רב מת רב וימי, der um 4369=609 von Nehardea zur Leitung der Sehule zu Pumbeditha berufen wurde. Es sind dies keine schriftlichen Ant-

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