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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 400

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 400)
Language
German
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340 fiberlieferten Talmuds die nötigen Erläuterungen hinzuffigten 1). Andererseits haben sich viele mündliche Erklärungen sch wieriger Talmndstellen durch die Saburäer erhalten, die darauf hindeuten, dass sie beim Durchgehen des Talmuds in Schulen diesen ausführlich erklärten. Manche dieser mündlichen Erklärungen haben in späteren, auf den Talmud basierenden Werken (wie Halachoth Gedoloth und Halacboth Pesukoth) ihren Platz gefunden. Auch in den Responsen der Geonim wird vielfach auf Erklärungen der Saburäer hingewiesen, die im Talmud nicht vorkommen, die sich also nur mündlich erhielten. In denselben Geleisen bewegte Sich auch die Tätigkeit der Geonim des ersten Jahrhunderts. Sie setzten das Bestreben der vorhergehenden Epoche, den Talmud zu erläutern, fort und sie taten es in derselben Weise wie ihre Vorgänger. Auch sie erläuterten den Talmud in den Schulen und auch sie vererbten den grössten Teil ihrer Erläuterungen nur mündlich, von welchen Erklärungen manche in den Decisionen der spätem Geonim als Quelle angegeben werden, die der Nachwelt erhalten geblieben sind. Ausser diesen wenigen Erklärungen ist von ihrer sonstigen Tätigkeit, wie auch von den durch sie getroffenen Entscheidungen nur wenig auf uns gekommen. Die meisten strittigen Fragen, die an die Schulhäupter herantraten, konnten in der halbjährliehen Kallah-Versammlung zum Austrag kommen und, da in jener Zeit der grösste Teil der babylonischen Judenheit bei diesen Ver- ’) Wie wir schon oben gesehen, enthalten die von den Saburäem hinzugefügten Tatmudsteilen nicht nur Erläuterungen und Erweiterungen des ursprünglichen Textes, sondern auch selbständige Ausführungen, die sich nicht auf schon vorhandene Gemara-Eriäuterungen, sondern gleich auf den Mischna-Text beziehen (Siehe Scherira über den Anfang der מסבת קיחשין). Ueber die Art der erwähnten Erklärungen siehe Doroth Harischonim (Geonim Kap. IV.) Halevy verweist daselbst auf den Commentar des tann ר׳ zu mehreren Traktaten, der den Erläuterungen der •סבזרא ähnlich ist. Als besonders bezeichnende Kriterien dieser saburäischen Kommentare führt er an: t) die Ausführlichkeit, mit welcher der Gegenstand und alle in Betracht kommenden Momente behandelt werden, 2) dass nach erfolgter theoretischer Behandlung des Gegenstandes auch auf die ruSn, auf die für die Praxis sich ergebenden Consequenzen, verwiesen wird. Es ist daher, wie Halevy auch nadmreist, nicht ausgeschlossen, dass viele Commentare R. Chananels auf die überlieferten Erklärungen der Saburäer und auch der ersten Geonim zurückzuführen sind.

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