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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 397

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 397)
Language
German
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337 die Schulhäapter um Entscheidung und Belehrung auch von solchen Männern angegangen worden, die als Leiter einer Jeschiba auf gleich hoher Stufe standen, denen aber, da sie nicht den gaonäischen מתיבתות angehörten, viele Decisionen und principielle Entscheidungen früherer Geonim unbekannt gewesen sind. Die Entscheidungen der jeweiligen Geonim wurden deshalb allenthalben für massgebend und entscheidend angesehen und dienten als Massstab für die religiöse Praxis. Aus all diesen Momenten ergab sich die hohe Bedeutung der Geonim und ihrer Schulen. Gewiss stand diese Periode den vorangegangenen Epochen der Amoräer und Saburäer weit nacb. War doch die Tätigkeit der Geonim keine schöpferische, selb* ständig schaffende, sondern nur ein Beschreiten schon betretener Bahnen; hatten sie doch keine Gelegenheit mehr, an dem Biesenbau des Talmuds mitarbeiten, an seinem Zustandekommen sich beteiligen zu können. Ihre Haupttätigkeit bestand nunmehr darin, Wächterdienst bei diesem Bau zu versehen, ihn vor Schäden zu bewahren und schon entstandene gutzumachen. Wenn man aber trotzdem die Verehrung, die die alten Schulen unter den אמוראים und סבוראים genossen, auf die נאונים und ihre מתיבתות übertrug, so geschah dies, weil, wie jene in ihrer Zeit, jetzt diese als die Träger der Tradition angesehen wurden, die sie auch gewesen sind. Kehren wir nun zur eigentlichen Geschichte der Schulen zurück. Im Jahre 4349 589 ward die Schule von Pumbeditha wiedereröffnet und sie begann ihre Tätigkeit unter Leitung des Gaons R. Chanan aus Iskija (רב חנן מאישקיא). Die wiederhergestellte Schule bestand aus den von Nehardea zurückgekehrten Gelehrten und Schülern, wohin sie nach Schliessung der beiden alten Akademien geflüchtet waren. Aber nur ein Teil der emigrierten Gelehrten kehrte nunmehr znrück. Eine beträchtliche Anzahl der Lehrer wie der Schüler verblieb in Nehardea, das zu jeher Zeit eine sehr zahlreiche jüdische Bevölkerung hatte. Diese Gelehrten hielten die ursprünglich nur provisorisch gedachte Schule zu Nehardea aufrecht. Man mochte der scheinbaren Besserung derVerhältnisse nicht recht trauen nnd einen Rückfall in den früheren traurigen Zustand fürchten, welche Befürchtung bei den politisch unruhigen Zeiten nicht unberechtigt war. Der Zustand der Juden im persischen Beiche nacb der Unterwerfung des Usurpators

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