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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 392

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 392)
Language
German
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IRI
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382 ward auch der letzte Hammerschlag an dem gewaltigen Bau des Talmuds getan. Das alte Nehardea war wieder einmal der Ort, von welchem die Gotteslehre ausging und, hatte eß früher eine Zeit lang, den Mittelpunkt der babylonischen Gesetzesforschung gebildet, so war seine jetzige neuere Bedeutung umso grösser, als in seinen provisorischen Schulhallen ein Werk seinen Abschluss fand, zu dessen Aufbau mehrere Jahrhunderte ihren Beitrag geliefert haben1). Um diese Zeit sass auf dem Throne der Sassaniden Ilor״ mizdas IV., der Sohn Chosrus I. Während seiner Regierung suchte die Sekte der Magier, welcher auch der König angehörte, nach grösserer Ausbreitung und es fand mit seinem Einverständnis eine allgemeine Hetze gegen die Bekennner anderer Religionen statt. Unter diesen waren es wieder die Juden,* die in erster Reihe und am schwersten unter den Ausschreitungen und unter den wutvollen Ausbrüchen der Unduldsamkeit, mittels welcher die Magier ihren Anschauungen zum Siege verhelfen wollten, zu leiden hatten. Dies ist umso verständlicher, als die Juden in erster Reihe und am schroffsten jede Zumutung der Feueranbetung zurückwiesen. Unter solchen Umständen konnte vorerst an eine Wiederaufrichtung und Eröffnung der zerstörten Schulen nicht gedacht werden. Erst als sein Feldherr Bahram Tschubin die Fahne des Aufruhrs gegen Hormizdas entfaltete und dessen grausame Regierung ein Ende nahm, scheint auch in dem Zustande der Juden *) Halevy fuhrt hier gegen Gractz aus, dass es sich in Nehardea nicht um eine Privat-Knn^ gehandelt hat, dass es vielmehr dortselbst eine regelrechte, nach Art der suranischen und pumbedithanischen eingerichtete ״gemeinsame“ Jeschiba gegeben hätte. Graetz sowohl als auch Halevy beziehen sich auf Scherira. Bei genauer Einsicht in den Text des Send- Schreibens kann man nicht anders, als die Ansicht des letzteren für richtig erachten. Der hierauf bezügliche Passus bei R. Scherira: ״ta בית מדרשו ר׳ מרי מדע בפירוז שמד עד היום“ ist kein genügender Beweis dafür, dass es sich um eine Privatschule des R. Mari gehandelt hätte. Der Umstand, dass die Schuldirektoren von Nehardea als Leiter der wieder aufgerichteten מתיבתא nach Pumbeditha berufen worden sind, lässt den sicheren Schluss zu, dass wir es auch hier (in Nehardea) mit einer Akademie nach dem Muster von Sura und Pumbeditha zu tun haben. Dazu kommt noch, dass R. Scherira den רב יצוק, Schulhaupt zu Nehardea, גאון nennt. (Siehe Note I.)

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