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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 391

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 391)
Language
German
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331 Nun stehen wohl die erwähnten Momente in gegenseitigem Zusammenhänge und hat daher diese Art Forschung, aus jenen Zusammenhängen und Beziehungen auf neue Momente zu schliesscn, auch ihre Berechtigung. Aber eine Bedingung ist hiezu unumgänglich notwendig. Es müssen nämlich historisch feststehende Tatsachen den Ausgangspunkt dieser Forschung bilden. Wenn aber, wie es von Graetz geschieht, von dem Wesen des Gaonats auf die Entstehung desselben und umgekehrt geschlossen wird, ohne dass den Angaben bezüglich beider ein historisch feststehen• des Faktum zu Grunde liegt, so muss eine solche Art der Beweisführung entschieden abgelehnt werden. Wie schon erwähnt, hatten die Bürgerkriege, die damals in Persien wüteten, wie auch der Geist der Unduldsamkeit, der allgemein gegen die Juden platzgriff, die Auflösung der beiden Schulen, der suranischen sowohl wie auch der pumbedithanischen, zur Folge. Die Saburäer hatten gerade noch die endgültige Ordnung und die Endredaktion des Talmuds bewerkstelligt, sie hatten die תורה שבע״ם gerade noch unter Dach bringen können, als die Hallen der .תורד, die בתי מדרשות, geschlossen werden mussten. Es war dies nicht die erste Erisis, die über das Thora- Studium hereinbrach; es war vielmehr nur ein neuer King in der Kette der Leiden und der Mühsal, welche das jüdische Volk durchzumaehen hatte, unter denen auch die Beschäftigung mit der Lehre unsäglich viel litt. Diese neue Krisis unterschied sich aber von den früheren bedeutend. Der Umstand nämlich, dass der Traditionsstoff geborgen und in einem einheitlichen Werke niedergelegt war, liess die Auflösung der Schulen für den Fortbestand der jüdischen Lehre nicht mehr in dem Maasse gefährlich sein, als dies in früheren Zeiten der Fall gewesen wäre. In diese Zeit der Verfolgung und der Auflösung der Schulen zu Sura und Pumbeditha fällt die Neubegründung der Akademie zu Nehardea, die früher bis zur Rückkehr Kabs aus Palästina der eigentliche Mittelpunkt des jüdisch-geistigen Lebens in Babylonien war. Hierher flüchteten die Gelehrten der nunmehr der Auflösung anheimgefallenen pumbedithanischen מתיבתא, nachdem die suranische schon geraume Zeit vorher geschlossen worden war. Hier standen an der Spitze der Schule רב ניזא und רב סמא, die den Abschluss der Saburäerepoche bildeten, und hier

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