Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 389)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3486266-3486279--2882-3488802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
B29 Hatte die suranische Akademie während der Amtsdaner R. Chisdas ihre frühere Superiorität nicht wieder erlangt, so konnte sie sich nach dessen Tod als מתיבתא überhaupt nicht mehr halten. Rabba b. Hana lehrte zwar daselbst; aber von einer richtigen מתיבתא, wie sie von Rab eingerichtet worden, war bis R. Ascbi keine Rede mehr. Erst dieser richtete die inzwischen gänzlich geschlossene מתיבתא nicht nur wieder auf, sondern verhalf ihr auch zu ihrem alten Glanze. Länger als fünzig Jahre stand R. Aschi an .der Spitze der suranischen Schule, während welcher Zeit zwar auch die Akademie zu Pumbeditha fortbestand, den Vorrang aber wieder an Sura abgeben musste. Die Superiorität Suras ergab sich einmal daraus, dass eine hervorragende Persönlichkeit wie R. Aschi, dem der gleichfalls grosse Rabina zur Seite stand, nahezu zwei Menscbenalter hindurch die Akademie leitete. Besonders aber musste die Bedentung Suras durch das Unternehmen R. Aschis hervortreten, den gesammten, die Mischna kommentierenden HalachastofF, der zum Teil schon von früheren Amoräern, R. Juda, Abbaji und Raba, gesammelt war, zu ordnen und einer Endredaktion zuzufuhren. Nun vermochte aber R. Aschi diesen Riesenbau nicht allein aufzuführen. Der genauen Aufzeichnung des riesigen Materials musste ein genaues und wiederholtes Sichten desselben in der מתיבתא, im Vereine mit den הכמי הישיבה, vorangehen. Wenn es in dem מבוא התלמוד לר׳ שמואל הנניד heisst: ובתדאי שווברו התלמוד הם ר׳ אשי וסיעתם, so sehen wir, dass ihm eine Reihe von Gelehrten zur Seite gestanden, dass seine ganze Akademie an dem grandiosen Werke mitgearbeitet hat. Und an die suranische Schule ist auch die Fortsetzung der Arbeit, die R. Aschi begonnen, wie auch deren Vollendung geknüpft. Diese Arbeit reichte bis in die nachamoräische Zeit hinein, um mit dem Ende der Saburäerepoche gleichfalls ihren Abschluss zu finden1). Trotz der ungleich höheren Bedeutung der suranischen Schule während des langen Rektorats R. Aschis hat aber auch die Schule zu Pumbeditha fortbestanden und ist diese wie auch ihre Schwesl) Den Anteil der Saburäer an der Ausgestaltung des Talmuds wie er uns vorliegt, festzustellen, gehört nicht in den Rahmen dieser Arbeit und kann diesbezüglich auf Halevy, Doroth Harischonim III, auf die Kapitel über מיחד התלמוד, סיום התלמוד וחתימת התלמוד verwiesen werden•